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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 81

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1912-01-01
Page
Seite 81 (sequence 2)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 81 Torliegen, daß dieser Gelehrte jemals mit den Geonim in Verbindung gestanden, resp.mit ihnen korrespondiert hat Es muß ferner ein krasser Widerspruch in Ibn Daüd’s Darstellung festgestellt werden. Für ihn als denSpanier handelt es sich nämlich hauptsächlich, nachdem er das Ende des Gaonats und Exilarchats erzählt1) hat, um die Darstellung der späteren Entwicklung des Talmudstudiums in Spanien, da er auch hier von der Zukunft der letzten Exilarchensprößlinge in diesem Lande spricht Außerdem behandelt er in dem Berieht über die vier Gefangenen R. Mose zuletzt und schließt hieran die weitere Geschichte des Rabbinats in Cordoba. Es ist ihm also im wesentlichen um die Ereignisse zur Zeit Chasdai Ibn .Schaprut’s zu tun, der ja der Beschützer Mose’s und seines Sohnes Chanoch war. Indem er aber seine Erzählung einleitet mit den Worten: וקודם לכן היתה סבה שנכרת חוקם של ישיבות, d. hi, daß kurz vorher die Unter״ Stützung der Jeschiboth aufgehört hat2), knüpft er doch spätestens an die Zeit Scheriras und Hals an, um dann auch wieder am Ende dieses Berichtes zu sagen, daß alles dies zur Zeit Scheriras, um 4750 990, sich zugetragen habe3). Es gibt also ein Datum, das unmöglich mit der Blüte״ zeit Mose’s und Chanoch’s zu vereinbaren ist.!) Vgl. auch Poznanski a. a. O., S. 187, Anm. 2. 2) Vgl. ed. Neubauer, S. 67. 8) Es ist jedoch zu bemerken, daß eine Handschrift des Sefer ha-Kabbala schon unmittelbar im Anschluß an das dort mit 941 an• gegebene Sterbedatum des Chananja, des Vaters Scheriras, von der Reise der vier Gelehrten spricht, diese aber aus einem arabischen Lande מארץ ישמעאל kommen läßt. Vgl. ed. Neubauer, S. 66, Anm. 10 und ferner J. Müller, die Responsen der spanischen Lehrer etc., Jahres• bericht der Lehranstalt etc. Berlin 1889, S. 19. Indessen ist auch hieraus kein Schluß für die babylonische Herkunft der Gelehrten zu ziehen, da Abraham Ibn Daüd, selbst unter arabisch-islamitischem Einfluß lebend, nicht von einem Lande dieser Sphäre mit einer Bezeichnung, die den Gegensatz zu einer christlichen Gegend bildet, sprechen würde. Außerdem wird Babylonien nie ארץ ישמעאל, sondern בבל genannt. Monatsschrift, 56. Jahrgang. 6

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