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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. 65

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Die Ethik R. Saadjas
Date
1912-01-01
Page
65 (sequence 1)
Language
German
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Die Ethik R. Saadjas, Von David Rau s. A. (Fortsetzung)*). Saadja kennt nun aber einen großen Kreis von Pflichten, die sich garnicht auf das Individuum zurQckbeziehen, sondern weit über die eigene Interessensphäre hinausstreben, deren Erfüllung also auch gar nicht, wenigstens zunächst nicht, im Interesse des handelnden Subjektes liegt1). Aus der ästhetischen nicht, denn diese führt, wie wir gesehen haben, zuletzt nur zur Selbstdarstellung des Subjektes. Aber auch nicht aus der relativen, denn in dieser ist »gut«, was nützlich ist, und andererseits gilt in ihr als »böse« und verwerflich nur, was »schädlich« ist. Saadja findet aber, daß die Vernunft doch manches als unstatthaft verwirft, was durchaus nicht schädlich ist; es decken sich also keineswegs die Begriffe »unsittlich« und »schädlich«*). Er sieht sich dadurch gezwungen, dem Sittlichen einen eigenen selbständigen Wert zuzuerkennen, und dadurch gelangt er zur rein ethischen Schätzung des Guten. Wodurch beweisen wir aber, daß Saadja den absoluten Wert und die rein *) Vgl. Jahrg. 55, S. 713 ff. ') Emunot III, S. 59 ff. Die Pflicht der Dankbarkeit und der Gottesverehrung, das Gebot der Nächstenliebe und der Wahrhaftig• keit. V, S. 91. Die Pflicht, gegen Tiere barmherzig zu sein; diese Pflicht wird dort übrigens auf eine Stufe gestellt mit der Achtung gegen die Eltern und! der Redlichkeit im geschäftlichen Verkehr. s) Schmähungen gegen Gott schaden ihm nichts, denn sein Wesen wird von Accidenzien gar nicht betroffen, II, S. 52; sie sind aber verwerflich, weil die Vernunft sie als schimpflieh erkennt. Emunot III, s. 59: אך על פי שאינם מזיקים אותו אלא שאין מדרך החפמה להתירם, vgl. die folgende Seite. Monatsschrift, 56. Jahrgang. 5

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