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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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IRI
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Ludwig Phiiippson. 25 doch war die Zahl der Juden von 1834 bis 1845 auf 210.000 angewachsen. Begreiflich, daß das Streben nach Oleichberechtigung wuchs unter Führung von Freund und Geiger, Saalschütz und Freystadt. Vor Allen aber wurde der feurige, unternehmungslustige Phiiippson neben Rießer, der für ganz Deutschland eintrat, der unermüdliche Vorkämpfer und Führer in Preußen. Von Friedrich Wilhelms HI. Nachfolger, Friedrich Wilhelm IV., seiner umfassenden Bildung, seinem selbständigen Denken, weiten Blick und lebhaften Empfinden erwarteten nicht nur die Juden die Verwirklichung der von der früheren Regierung gemachten konstitutionellen Versprechungen. Der Anfang schien den Erwartungen rechtzugeben. Bald aber geriet »der Romantiker auf dem Throne« ganz in den Bann seiner mittelalterlichen Anschauungen. Das Volk sollte. in sorgsam abgestufte Stände und Körperschaften geordnet werden. Eine solche in sich abgeschlossene, mit dem »christlichen Staate« nur lose zusammenhängende Körperschaft sollten auch die Juden bilden. Ein 1842 erlassenes Reskript verhieß demnach mancherlei Zugeständnisse, aber der Zutritt zu den öffentlichen Ämtern wurde ihnen versagt, sogar ihre Militärpflicht aufgehoben, und das in einem so vorwiegend militärischen Staate wie Preußen. Der tiefen Beunruhigung gab sofort der stets wachsame Phiiippson Ausdruck in einer Petition der Magdeburger Gemeinde, der sich alsbald 84 Gemeinden anschlossen, ln festen Worten wurde die Teilnahme am Heeresdienst als gutes Recht gefordert, sie wollten nicht ehrlosen Verbrechern gleichgestellt sein, denen der Heeresdienst versagt sei. Wenn die Petenten auch nicht abgewiesen wurden, so wurde ihnen doch auch nichts zugesagt, man vertröstete sie auf das bevorstehende allgemeine Judengesetz. Gleichwohl hatte das Auftreten Eindruck auf den König und seine Minister gemacht, und eine Kabinettsordre vom

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