Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ludwig Philippson
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Ludwig Philippson. 19 teil, wo sie einen Teil des Publikums von sich abwendig zu machen fürchtete und huldigte nebenbei der eigenen Persönlichkeit gar sehr und trat daher anderen Persönlichkeiten, von denen sie in den Schatten gestellt zu werden fürchtete, mit schlecht verhüllter Animosität gegenüber.« Allein ich glaube der Vorwurf schlecht oder eigentlieh gar nicht verhüllter Animosität muß Geiger selbst gemacht werden, gibt er ihr doch sehr offen Ausdruck in einem Briefe an J. Auerbach (13.—21. Juni 1839) : »Philippson als Gegner von mir anzugehen, bin ich viel zu stolz, aber er bekommt es superfein in einem zweiten Artikel : Jüdische Zeitschriften«, und an M. A. Stern (2. Aug. 1839): »Ph. ist anmaßend wie ein Zeitungsschreiber, wie einer von den belletristischen Allerweltswissern«. In einem Briefe an denselben (16. Nov. 1839) erkennt er zwar Philippson praktischen Sinn und Geschick zu, aber ihm fehle die Tüchtigkeit und Reinheit der Gesinnung(!!), ja einmal spricht er von Philippson und Konsorten und noch 1870 (28. April an M. A. Stern) nennt er Philippson »den Untrügliehen«, durch dessen Ausspruch ein unbeschnittener Jude kein Jude mehr ist. Aber beiläufig konnte sich Philippson hierin auf Jos. Flavius (Alt. II. 170) berufen. Jenes »Superfeine« aber ist in der Wiss. Ztschr. f. jild. Theol. im IV. B. S. 468 ff. zu lesen: »Die Allg. Ztg. d. J. erfüllt im allgemeinen ihren Beruf, wenn auch freilich noch manche Wünsche an sie gestellt werden können. Ich würde zuerst dieser Zeitung mehr Bewußtsein ihrer Stellung wünschen und daher, wenn ich so sagen darf, mehr Bescheidenheit; sie steht auf keinem eigentümlichen färbung, den man dem Blatte vorgeworfen hat, war für jene Zeit wenigstens, eher ein Vorzug desselben, da es nur dadurch zu einer so allgemeinen Verbreitung und Wirkung gelangen konnte, weil es Allen verständlich und auch Allen zugänglich war, die sich im ehrliehen Kampfe zum Angriff oder zur Verteidigung berechtigt und verpflichtet glaubten.« 2'