Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 12)
- Language
- German
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Besprechungen. 111 physik vertritt und eine substantielle Potentialität annimmt. Der erste Standpunkt soll sich mit dem jüdischen Schöpfungsglauben leichter verbinden lassen, als der zweite. Auch das trifft nicht zu. Der Gedanke, daß Gott einen Urkeim geschaffen hat, aus dem sieh das Universum allmählich stufenweise entwickelt hat, ist logisch durchaus einwandsfrei. Richtig ist an der Unterscheidung der beiden Gruppen nur, daß die eine dem Aristoteles, die andere dem Neuplatonismus naher steht. Alles andere ist Konstruktion. Es wäre ungerecht, wollten wir nicht die erstaunliche Belesenheit und den achtunggebietenden Fleiß des Verfassers anerkennen, aber es fehlen ihm neben richtigen philosophischen Anschauungen philologische Kritik und historisches Denken. Wo er größere Zusammenhänge auffinden will, verläßt ihn vollkommen die Besonnenheit des Urteils. Es ist höchst bedauerlich, daß der wissenschaftliche Ertrag so vieler Arbeit so gering ist, 1 s Lew ko witz.