Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Fragmente von Gabirols Diwan
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 76 (sequence 1)
- Language
- German
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Fragment® von SaMrols Biwän. Von H. Brody. In einer Anzahl von losen Blättern und Blattfragmenten, die ich zu untersuchen Gelegenheit hatte1), erkannte ich die Reste eines Dtwäns von Salomo lbn Gabirol, und ich halte den Fund für so wichtig, daß ich von ihm weiteren Kreisen Mitteilung machen will. Abgesehen davon, daß wir hier zum ersten Maie ein umfangreicheres Bruchstück der Gedichtsammlung eines der hervorragendsten Dichter der klassischen Periode kennen lernen, bieten die vergilbten Blätter, trotz des außerordentlich schlechten Zustandes, in dem sie sich befinden, des Interessanten genug. Wir finden hier die Quellen wieder, aus denen Moses lbn Esra eine Anzahl seiner Gabirol-Zitate geschöpft hat, und lernen diese Zitate, deren Sinn verkannt wurde, recht verstehen; der Geist des großen Dichters spricht zu uns auch aus den Trümmern seines Werkes; wir haben ein neües Mittel, um einige der bereits bekannten, aber nicht ganz korrekt überlieferten Gedichte des Sängers aus Malaga wieder herzustellen; wir gewinnen die Möglichkeit, Gabiröl’sche Gedichte, die sicher sehr bald aus dem Dunkel der Genisä ans Tageslicht werden gefördert werden, als solche zu erkennen. Das letzte Moment halte ich füt eines der wichtigsten. Die Gelehrten, denen die Schätze der Genisa zugänglich sind, haben bisher außer dem Ben-Sirä hauptsächlich den Responsen der Geonim ihre Aufmerksamkeit gewidmet. Nur die Gebetstücke und Aboda-Fragmente haben noch in Elbogen einen warmen Freund gefunden. Die zähllosen ptoe■־ tii'cheh Stücke blieben vernachlässigt, trotzdem auch auf diesem Gebiete alle Forschung ab ovo beginheh muß,