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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 21

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte d. Wissenschaft. 21 sehnlich von Gestalt, bei dem Grabmahl des Hohepriesiers Johannes hervor ... und forderte den Tapfersten von den Römern zum Zweikämpfe heraus.« Die Römer wurden von gewaltiger Furcht ergriffen. Endlich wagte sich ein römischer Held mit ihm in den Zweikampf einzulassen. »Bei dem nun folgenden Zweikampf« — so berichtet Josephus, ׳—־ »ließ den Römer, obwohl er im allgemeinen dem Juden überlegen war, sein Glück im Stich, so daß er zu Boden fiel; schnell sprang Jonathan herzu und tötete ihn.« Aber bald traf den Sieger ein Pfeil aus der Ferne, und tot brach Jonathan zusammen. Hier haben wir den leidenden Messias »er, der nicht wohlgeformt und nicht schön war, ... ist durchbohrt wegen unserer Frevel« (Jes. 53, 2 und 5). Da der Messias nach der späteren Überlieferung aus dem Geschlechte Davids stammen muß, so sind dem Jonathan manche Züge von Davids Taten angedichtet, so der Kampf Davids mit Goliath. Daß dieser Jonathan ein leidender Messias ist, geht auch daraus hervor, daß er plötzlich zuerst bei dem Grabmähl des J ohannes auftritt. Johannes ist aber ebenfalls eine auf den Boden der Geschichte verpflanzte Gestalt des leidenden Messias. Man erinnere sich doch nur an Johannes den Täufer. Auch er erstrebte das Heil des jüdischen Volkes; auch er muß als Glaubensheld für das Wohl seines Volkes den Opfertod erleiden. Dieser leidende Messias Jonathan tritt dann nach der Zerstörung des Tempels noch einmal im Kampfe gegen die Römer auf. Er führte viele Juden in die Wüste, wo er ihnen Wunderzeichen verhieß. Er wurde jedoch im Kampfe gegen die Römer besiegt, gefangen genommen, ausgepeitscbt und dann lebendig verbrannt (Josephus, Bellum, Jud. VII, 11, 1—3). Mithin sind die Züge des leidenden Messias auf die Gestalt des Egmont übertragen worden. Und alles das ohne Apparate, nur mit Hilfe der Zutaten, über die Herr Drews so vorzüglich verfügt, und mit deren Anwendung man sehr bequem historisch gut beglaubigte Tatsachen gewaltsam verzerren kann. In dieser Art und Weise hat er sogar Mardechai und Haman zu Typen »des jüdischen Messias« gemacht, und damit eine Parodie zum Estherbuch geschaffen. »Den Evangelisten schwebte bei ihrer Darstellung der letzten Lebensschicksale des Messias Jesus der angeführte Brauch des jüdischen Purimfestes vor: sie schilderten Jesus als den Haman, Barabbas als den Mardechai des Jahres« (S. 41). Den Mardechai als »Messias« läßt Drews sowohl in altbabylonischen Festen als auch ia

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