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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 2

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte d. Wissenschaft. In einigen bündigen, stilvollen Sätzen führt Drews zunächst, ohne eine Begründung zu versuchen, die altisraelitische Religion auf den Parsismus zurück. »Der alte Volksgott Jahye« sagt Drews ($. 6) -ל• »hat sich nach dem 1Verbilde des aitpersischen Ahuramazda aus einem Feuer-, Licht- und Himmelsgott zu einem Gotte überirdischer Lauterkeit und Heiligkeit entwickelt« Dieses ist schön darum unrichtig, weil bereits Propheten der vorper- Sischen Zeit, wie Hpsea, Arnos, Micha die göttliche Weltmacht der Gerechtigkeit und Liebe verkündet und gelehrt haben, daß Gott alle Völker richte, und er ein gütiger Väter sei, der den Menschen nur mit blutendem Herzen zu dessen eigenem Wöhle strafe. Zu der erhabenen Idee dieser Propheten, daß Gott vom Menschen keine Opfer verlange, sondern Y0r allen Dingen Gerechtigkeit, werktätige Liebe und Demut (Micha 6, 6-8; Hos. 6, 6; Am. 5, 21—25; Jer. 7, 21—23; Jes. 1, 11—17), hat sich die persische Religion niemals emporringen können. Drews fährt aber fort: »Es ist sicher, daß der alte, israelitische Jahve erst unter dem Einflüsse der Perser und ihres bildlosen Gottesdienstes jenen vergeistigten Charakter angenommen hat, den man ihm heute naebrühmt« (p. 7). Auch dieses widerspricht völlig den Tatsachen. Die aitpersischen Quellen lehren vielmehr, daß das bereits aus vorpersischer Zeit herrührende alfcbiblische Verbot, sich Gott unter dem Bilde eines körperlichen Wesens vorzustellen, oder die Naturkräfte anzubeten, der altpersischen Religion stets fremd gewesen ist. Auf den altpersischen Achämenideninsehriften sieht man vielmehr die oberste Gottheit Ahuramazda abgebildet. Gerade die Anbetung der Natur und: der Elemente, die Vergötterung der Gestirne, des Feuers, des Wassers und der Erde sind die wesentlichen Charakterzüge des Ahdratnazda-Glaubens. Drews entstellt gänzlich die Ahuramazda-Religion. Um von ihr Judentum und Christentum ׳ableiten

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