Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 1)
- Language
- German
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114 Besprechungen. -20!Lchan, Ignaz, Das Rassenprobfem unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen der jüdischen Rassenfrage VII + 491 S. Wien u. Leipzig, W. Braumüller 1910. 8. Preis 6.— Mark. Unter den vielen Repliken, die H. St. Cliamberlains oberflächliches und doch so verhängnisvoll wirksames Buch über die Giundlagen des XIX. Jahrhunderts zeitigte, hat uns nun Zoll sch an die umfassendste geschenkt; er hat alle, mit den Grundproblem zusammenhängenden Fragen am breitesten aufgerollt und überall so tief geschürft als ihm möglich war. Durch die sehr häufige wörtliche Wiedergabe der benutzten Autoren in langen Abschnitten, durch ausführliches Eingehn auf interessante, aber mit dem Thema nur lose zusammenhängenden Dinge ist nicht eben das herausgekommen, was man ein »leicht lesbares« :Buch »in einem Gusse« nennt. Aber dem Verfasser ist kein Vorwurf daraus zu machen, da es seine Absicht war — auch hierin im Gegensatze zu Chamberlain — seine Materialien für jeden Leser zu dessen eigener Benutzung auszubreiten, bisher verstreute, einzelne Aufsätze aus historischer, religionsgeschichtlicher, medizinischer und sonstiger Fachliteratur zusammenzutragen — kurz, er wollte nicht überredend, sondern überzeugend wirken. Von den 3 Hauptteilen des Buches behandelt der erste die :anthropologischen Grundlagen des Rassenproblems. Das Problem, ’wie es D ü h r i n g, Renan, Chamberlain, Weininger und ihre Nachbeter formuliert haben, lautet bekanntlich »die Juden sind eine in allen edlen Geisteseigenschaften inferiore Rasse, deren Ver- :mischung mit anderen Rassen, ja auch nur deren Einfluß auf fremde?Kulturen unter allen Umständen schädige und daher zu bekämpfen sei«. In dieser These steckt natürlich zugleich eine Reihe weiterer ״Probleme: ob es überhaupt Rassen gibt, ob die heutigen Juden eine einheitliche Rasse sind, ob der Kulturwert einer Rasse ein konstanter, Immanenter Faktor oder ein variabler, z. B. vom sozialen Milieu ab¬ Gängiger ist u. a. m. Es ist recht ergötzlich, bei Z o 11 s c h a n zu lesen, wie innerhalb der weißen Rasse zuerst die Sprachwissenschaft — einzig .und allein auf Sprachenverwandtschaft gestützt — den Begriff der Indoigermanen oder Arier konstruierte, wie die fortschreitende Wissen-