Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829827-2829829-2846754--37696-2846895- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Besprechungen. 113 tistik über Geburt und Sterblichkeit, Ortsbeweguag, *Bevölkeruugsanteil, Kriminalität, Geistesbildung und Berufsbeteiligung der Juden n allen Ländern und erweisen mit der Aufzählung zahlreicher verdienter Juden (und — hier mit Recht — auch Nichtmehrjuden) die ungewöhnliche Fruchtbarkeit des jüdischen Geistes, der »wo man ihm die Tore öffnet, Bedeutendes und oft Großes für das Heimatsvolk ußd für die Weltentwicklung, nicht bloß die materielle, auch die geistige schafft (S. 281).« Es sind Kapitel, die dem populären Zweck des Gesamtwerkes ganz besonders angepaßt und, durch die eingefügten allgemeinen Hinweise über die rein geschichtliche Darstellung hinaus gehend, zugleich der Abwehr nach außen wie der Besserung der Verhältnisse im Innern in hervorragendem Maße zu dienen geeignet sind. Bei der Schilderung der öffentlichen Wirksamkeit der Juden ist übrigens dem Verfasser ein ganzer Stab von Mitarbeitern behilflich gewesen, darunter besonders der verewigte Gustav Karpeles. Das letzte (7.) Buch behandelt endlich in drei Kapiteln den Orient und zwar zuerst die Atfaire von Damaskus, alsdann den mohammedanischen und zuletzt den christlichen und heidnischen Orient unter Berücksichtigung der neuesten politischen Ereignisse, Forschungen und Kolonisationspläne. Überblicken wir das Ganze, so darf mit Befriedigung hervorgehoben werden,daß es im Großen wohlgelungen ist und den Zwecken, denen es dienen sollte,in vollem Maße gerecht wird. Einzelheiten werden bei jedem derartigen umfassenden Werke der Änderung bedürfen. Philippsons neueste Geschichte des jüdischen Volkes bedeutet aber, besonders in ihrem zweiten Bande, eine wertvolle Ergänzung der Wissenschaft, und sie erfüllt zugleich vorzüglich ihre eigentliche Aufgäbe, ein Bild der jetzigen geschichtlichen Lage des Judentums zu geben. Möge sie recht viele Leser finden und dazu beitragen, Interesse zu erwecken und Vorurteile zu bannen! Nürnberg. M. Freudenthal. Monatsschrift, 54 Jahrgang:. 8