Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 103 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. PWippson Martin, Neueste Geschichte des jüdischen Volkes (Schriften, heräasg. von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums; Grundriß der Gesamtwissenschaft des Judentums), Leipzig Buchhandlung Gustav Fock. Bd. I, 1907, VIII u. 400 S., Bd. II, 1910, IX u, 357 S. 8. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums schreitet langsam in der Ausführung ihres großen und bedeutsamen Planes fort, die Gesamtwissenschaft des Judentums in einer Reihe von Einzeldarstellungen zur allgemeinen Kenntnis der gebildeten Weit zu bringen. Sie hat für die Bearbeitung des m annichfaltigen Stoffes ein Schar anerkannter Fachmänner gewonnen und eines der interessantesten aber auch diffizilsten Gebiete, die neueste Geschichte des jüdischen Volkes, ihrem derzeitigen Vorsitzenden anvertraut, so daß die Bedeaiung des Stoffes wie die Person des Verfassers besondere Erwariungen erwecken maßten. Andererseits auch einige Befürchtungen, da Phüippson sich auf dem Felde der jüdischen Wissenschaft bisher noch nicht betätigt hatte und nun gerade dieses in die Entwicklung des Judentums so tief einschneidende und von tausend verschlungenen Fäden nach allen Richtungen hin durchzogene 19. Jahrhundert darstellen sollte. Phillppson selbst hat, wie sein Vorwort zeigt, die Schwierigkeit der Aufgabe sehr wohl empfunden. Wer freilich die meisterhaften Darstellungen kennt, die verschiedentliche Epochen der allgemeinen Weltgeschichte von nicht minder bewegtem und nach allen Seiten ausgreifendem Charakter durch ihn gefunden haben, dem war es von vornherein nicht zweifelhaft, daß der treffliche Schüler Rankes und Sybels seine Kunst auch hier betätigen und aus gewissenhaftem Studium der Quellen und scharfsinniger Erkenntnis der inneren and äußeren Zusammenhänge heraus seine methodische Ordnung des Stoffes und die vornehme anziehende Form seiner Darstellung auch auf diesem ihm noch fremden Gebiete bekunden würde. Dazu kam noch, daß es sich ja nicht um jüdische Literatur und nur mit theologisc hem Rüstzeug zu hebende Quellenschätze handelte, sondern vor- Eehmlich um die Schilderung politischer, sozialer und kultureller Strebungen, und ein gut Teil dieser Strebungen hatte der Historiker als Kind an einem ihrer Zentren, im Hause des Vaters, selbst mit-