Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 5)
- Language
- German
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ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. 5§ das einzelne Gemeindemitglied entfallende Steuerbetrag1). 'Nach dem Verhältnis der Einzelvermögen zu der von der Gemeinde aufzubringenden Summe wurde der Prozentsatz festgesetzt, den ein jeder von seinem Vermögen zu entrichten hatte2). Eine Gewähr für die richtige Angabe des Vermögens bot der Eid3). Ob derselbe ein für allemal geleistet, oder ob er Jahr für Jahr bezw. von Zeit zu Zeit erneuert wurde, muß dahingestellt bleiben4). In Speyer wurde der Steuerbetrag der Gemeindemitglieder durch die sogen. להטיל מס על קרקעות דכל מסים אינם אלא ממשא ומתן,* ebd. S. 101 a: בתים פטורים מן המס. — Dennoch besteuerten die wohlhabenden Juden der Stadt Friedberg freiwillig ihren Grund-und Hausbesitz (RGA., d. Meir von Rothenburg, ed. Bloch, S. 205). — Zu den steuerfreien Dingen gehörten übrigens auch hebräische Bücher (ebd. S. 207). *) Im Einklang damit steht die Bestimmung, die der Landvogt des Speyergaus Georg v. Veldenz in einem Schreiben vom 4. Mai 1313 hinsichtlich des in die Stadt Speyer als Bürger aufzunehmenden Juden Jeckelin von Schlettstadt trifft: »quod . .. domino nostro imperatori serviat proportionaliter cum immnnitale jadeorum Spirensium . . Hilgard, Speyerer U.-B. nr. 276. 2) In der Urk. vom 11. Dez. 1275, durch die König Rudolf den Burgmannen von Friedberg die dortige Judensteuer für die Dauer überläßt, heißt es: »volumus, quod si aliqai judei plures, praeterquam iam Frideberg inhabitant, se receperint ad manendum ibidem, d e qualibet marca dabunt tantum sicuti ceterijudei...«; Foltz, Friedberger U.-B. I nr. 60. Hiermit vgl. eine an R. Meir von Rothenburg gerichtete Anfrage, die vor 1293 — das Todesjahr R. Mei'rs —־ zu datieren ist: zur Zeit dieser Anfrage entrichteten die Friedberger Juden drei Pfennige von jeder Mark Silber als Steuer, ein Prozentsatz, den ihre Vertreter selbst als nicht sehr hoch ansahen (RGA., d. Meir von Rothenburg, ed. Bloch, S. 204: אין אנו נותנים כ׳־כ דבר גדול רק ג׳ פשיטים מן הזקוק). 3) Archiv für Hessische Gesch. VIII, 25 b: Urk. Albr. I. d. d. 1306 Juli 19: » . . . quicquid ipsos judeos pro stura .. . s u b iuramento suo dare contiget etc.« 4) In Speyer mußte jeder Jude, der in die Stadt als Bürger aufgenommen zu werden wünschte, bei der Aufnahme schwören, »sin gut reht zu verschozzende unde reht geschöz da von ze gebenne...«; Hilgard, Speyerer U.־B. nr. 459: d. d. 1339 Dez. 11.