Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 4)
- Language
- German
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:58 Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ging sogar noch einen Schritt weiter; er bestritt dem König das Recht, einzelne Gemeindemitglieder von ihrem Beitrag :zu den gemeinschaftlich an das Reich abzuliefernden Steuern :zu entbinden, und tat freimütig den Ausspruch: das Recht der Obrigkeit ist Recht, aber nicht ihr Raub1). Gelten ließ er nur dann das Ausscheiden einzelner aus dem Steuerverband der Gemeinde, wenn es in einem am Orte von jeher bestehenden Brauch begründet war; im Prinzip aber wollte er es keineswegs gestatten2 *). Ob in der späteren für uns noch in Betracht kommenden Zeit Rabbiner in die Lage kamen, sich mit diesem Gegenstand nochmals zu befassen, entzieht sich unserer Kenntnis5); nur so viel wissen wir, daß zu Ludwig d. B. mehrere Juden in einem unmittelbaren Abgabenverhältnis standen4). Der Besteuerung unterlag nur das bewegliche Vermögen; Grund- und Hausbesitz dagegen gingen steuerfrei aus5). Nach der Höhe des Vermögens richtete sich der auf x) RGA. d. Meir v. Rothenburg־, ed. Prag, nr. 134: לא אמרינן בכד,"ג דינא דמלכותא דינא דלאו דיס* דמלכותא הוא אלא מילד. דמלכותא׳. Ferner RGAa, ed. Bloch, [Berlin] S. 201, nr. 122. Vgl. Frankel a. a. O. S. 54. 2) RGA., ed. Prag, nr. 918: על עודות ראובן הפורש מן הצבור שלא לתת . . . עמדם מם אם בך נהגו בעיר מימי קדם שלא לתת ביחד אלא כל¬ אחד נותן לבד אינם יכולים לכופו ולשנות מנהגם אם לא מדעתו אך אם נהגו לתת יחד אינו יבול ליפרד מהם•. Vgl. Frankel a. a. o. s. 53. 8) Meines Wissens kommt erst Menachem ans Merseburg, ein um 1420—1450 lebender, in Sachsen sehr angesehener Rabbiner (vgl. Graetz VIII [3. Aufl.J S. 137), auf diesen Gegenstand nochmals zurück; er trifft dieselbe Entscheidung, wie Meir von Rothenburg (RGAt des Menachem aus Merseburg, am Ende der RGA. d. Jakob Weil, ed. Venedig [1549], S. 102 a). 4) B., Reg. Ludw., nr. 493. 670. 2676 u. a. St. 5) RGA., d. Meir v, Rothenburg, ed. Bloch, S. 205: מנהג הוא שלא לתן מם מקרקעות•; ebd. S. 207.; לפי המנהג שנהגו קדמונים אין גובים מהם כלל; ferner RGA. Chajjim Or Sarua nr. 110: ברינוס נהגו שאפילו יש לאדם כמה בתים שויים כמה אלפים אינו נותן מם מקרקעות•. Dieselben Bestimmungen finden sich auch bei dem viel später lebenden (siehe Anmerkung 3) Menachem aus Merseburg, a. a. O. S. 103b: