Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 55 (sequence 1)
- Language
- German
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Bie Reichssteuern der deutschen Judengemeindei von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahr• hunderts. Von Isert Rösel. (Fortsetzung vom Jahrg. 53, S. 708). So lückenhaft die Ergebnisse der Einzeluntersuchungen auch sein mögen, so kann ihnen doch unzweifelhaft die Tatsache entnommen werden, daß sich im Laufe der Zeit eine allgemeine, zum Teil ganz beträchtliche Steigerung der jährlichen Steuerbeträge vollzogen hat1). Man beachte : während um die Mitte des 13. Jahrhunderts nur drei Gemeinden — Würzburg, Straßburg und Worms — 100 M. S. und darüber jährlich an Steuer entrichten, gibt es deren unter Ludwig d. B. — soweit wir festzustellen in der Lage sind — bereits zehn: Frankfurt, Gelnhausen, Worms, Speyer, Regensburg, Nürnberg, Würzburg, Rothenburg, Heilbronn und Konstanz2). Nur die Straßburger und Würzburger Judensteuern weisen einen Rückgang auf; doch ist dieser darauf zurückzuführen, daß in jenen Gemeinden zugleich mit dem König bezw. Reich noch andere Gewalten das Besteuerungsrecht ausüben3). Recht auffallend ist das fast völlige Fehlen von Nachrichten über Jahressteuern norddeutscher Judenge- J) Vgl. Anhang I ־. Tabelle der Jahressteuern. 2) Bei dieser Gegenüberstellung wurde die Mark Silber zu dem Werte von 2 Pfd. Heller gerechnet. Siehe u. a. die Münzordnung des Bischofs von Konstanz von 1240 Apr. 14, Wartmann, St. Gallener U.״B. III, 96; vgl. auch Monatsschrift, Jahrg. 53, S. 699, Anm, 2. 3) Siehe weiter unten, Abschnitt IV, Exkurs 1.