Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Israel, ein einziges Gebilde auf der Welt
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 7)
- Language
- German
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50 Israel, ein einziges Gebilde auf der Welt. aber aus Trauer um die Zerstörung des Reiches und des Heiligtums zerrissen, gleichwie auch die Römer in Trauerfällen den Purpur und überhaupt jeden Schmuck ablegten1): Damit der Satan nicht schaden könne, verbirgt Gott die Sünden Israels unter seinem Purpur2). — »R. Chijja b. Jannai sagte: Wenn der Königspurpur auf dem Markte verkauft wird, wehe dem Verkäufer, wehe dem Käufer; also bildet auch Israel den Purpur, mit dem sich Gott schmückt, nach Jes. 49, 8; werden sie nun verkauft, wehe dem Anbieter, wehe dem Erlanger« (Esther Rabba zu 3, 6). — Mordechai ging vom König heraus mit fünf Insignien (טכסיסין) der Königswürde, darunter: Purpur (Haggadath Esther zu 8, 15). Mordechai wurde König über die Juden; so wieder König den Purpur anzieht, so legte sich auch Mordechai Purpur an; so wie der König ein Diadem auf dem Kopfe hat, so auch Mordechai; und wie des Königs Münze durch alle Länder geht, so ging auch Mordechais Münze (== Gepräge) durch alle Länder (das., vgl. b. Megilla 16 b). Der Vergleich mit der Münze wird uns Modernen am ehesten nahe liegen; die Alten verstanden aber den Purpurstreifen, die חטיבה, als auszeichnendes Merkmal, ebensogut Das הטיבה stelle ich mir nun als ornamental oder figural gewirkte Gewandclaven in der Form von senkrecht sich herabziehenden Streifen oder Bordüren vor. Es gibt aber daneben auch Rundclaven, Quadratclaven, Blattclaven etc. Trug Gott den Kaiserpurpur, so trugen die Angehörigen seines Hofstaates, die Engel, etwa Rundclaven, in Form einer Tafel (טבלין ,טבלא), eines Sternchens oder gar eines Siegels, und war zugleich der Name des Herrschers, in diesem Falle der Name Gottes, darin eingebettet3). ג) Reich belegt bei Becker-GÖll, Gallus III, 213; vgl. Exod. 33, 4 2) Pesikta R. c. 45, p. 186a. Friedmann z. St. hat Unrecht, wenn er Gottes Purpur symbolisiert und darunter die Barmherzigkeit versteht. — Über die zehn Gewänder Gottes hat A. Löwinger in dem ungarischen Teile der M. Bloch-Festschrift, Budapest 1905, einen Aufsatz geschrieben. 8) Pesikta 108b (s. Bubers schöne Note dazu), Midrasch Ps*.