Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Israel, ein einziges Gebilde auf der Welt
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 5)
- Language
- German
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48 Israel, ein einziges Gebilde auf der Welt auch מהטבות Ps. 144, 12 so erklären1). Dieser kleine Vorrat an Belegstellen hat sich jüngst um ein Wort in den aramaischen Papyri von Syene vermehrt. In der Ausstattung der Braut wird hier unter Anderem erwähnt »ein neues wollenes Kleid, bunt (?הטב), auf beiden Seiten gefärbt«2). Diese Hervorhebung läßt jedenfalls erkennen, daß man ein derart benanntes Kleid für sehr wertvoll und vornehm hielt, u. z. macht seinen Wert nicht der Stoff aus, sondern die darauf gestickten Figuren, das Spiel der Farben, oder, wie wir heute sagen würden, das Muster. Ein mit חטב bezeichnetes Muster dürfte etwas kunstvolles sein, wie wir es gerade aus Ägypten kennen3 4). Mit Kunststickerei, franz. broderie, dürfte man das Richtige treffen. Die Bildung הטיבה von הטב bedarf keiner Rechtfertigung (vgl. אכילה von 4אכל), jedoch wird man sich sagen müssen, daß הטיבה doch einigermaßen einen figürlichen Sinn angenommen hat und etwa »Gebilde«, »Kunstwerk« überhaupt bedeutet. Damit kommen wir zu Hai’s von R. Nathan mitgeteilten Erklärung: »הטיבה אחת בעולם heißt ein einziges Gebilde (ציור) auf der Welt, ein Ding, von dem es zu erkennen ist, daß nichts seinesgleichen existiert«. Syn, wo aber der Wahrheit entsprechend bemerkt wird, daß die Radix im Syrischen nicht heimisch ist, und eigentlich nur die Form מחטבתא vorkommt; so richtig in der englischen Ausgabe des Gesenkis’- Wörterbuches, Oxford 1906. *) S. Delitzsch z. St., der sich mit Recht auf Symmachus (y.Stt00r[r/][/.sva&) und Hieronymus (ornati) beruft, Vulgata allerdings excisae, also gewöhnliche Bedeutung der Radix חטב; s. Field’s Hexapla z. Sh (II, 300). 2) Aramaic Papyri discovered at Assuan, London 1906, f. 43 aus Papyrus GZ. 7, s. Glossar, wo auf חטבות in Prov. u. auf syr. טחטבתא verwiesen wird. Vgl. Deiches in Ha-Schiloach 17, 511, dem ich die Bedeutung ־gefärbt auf beiden Seiten« entnehme. 3) Vgl. die Funde von Sakkarah in Fayüm u. besonders die von Achmim-Panopolis in Oberaegypten bei Forrer in dem noch zu nennenden Werke, 4) Vgl. Strack-Siegfried, Lehrbuch der neuhebr. Sprache u. Litteratur § 47 p. 41 f.