Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ein Memorandum der russischen Regierung
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Ein Memorandum der russischen Regierung. 3 Als das »Hauptdogma« des Judentums wird die Er- Wartung der Ankunft des Messias hingestellt. Sowohl diese, als auch alle anderen von den Rabbinen verbreiteten Lehren trugen zur Erhaltung der jüdischen Nationalität und ihrem schroff ablehnenden Verhalten den Christen gegenüber bei. Der Talmud, der »in den Juden die tiefste Verachtung gegen die andersgläubigen Völker nährte«, enthält nach der Meinung der russischen Regierung folgende Hauptregeln: 1. Die Juden müssen ihr momentanes Heimatland als Fremde betrachten und dürfen darum keine Beschäftigungen ergreifen, die sie an die Scholle binden könnten. 2. Die Juden sind das auserwählte Volk und müssen nach Mitteln trachten, durch die sie die andern Völker be^ herrschen können. Daher die große Zahl der dem Handel und der Industrie sich widmenden Juden. 8. Die Juden aller Länder bilden eine Gemeinschaft. Sie verachten jegliche Art von Kenntnissen, wenn man von den eigenen religiösen Zeremonien und Gesetzen absieht, die »ihnen statt normalen Wissens Betrügereien und Listen beibringen.« 4. Die Juden müssen ihrer eigenen Obrigkeit mehr als der christlichen gehorchen, und darum sind ihnen alle Rechtsbeugungen zum Schaden der Christen erlaubt. 5. Die Juden dürfen sich in Rechtsstreitigkeiten nur an ihre eigenen Gerichte wenden. 6. Der Jude, der die Person und die Habe eines Volksgenossen den Andersgläubigen ausliefert, darf getödtet werden. Wer die jüdische Gemeinschaft verleumdet, darf bei den Andersgläubigen verleumdet werden. Sein Besitz wird konfisziert. Bedeutungsvoller als diese gehässige summarische Zusammenstellung waren die Schlüsse, die aus diesen »Tat- Sachen« gezogen wurden. Wenn man von den wunderlichen Vorwürfen des Aberglaubens und des Mangels an Bildung in 1*