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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 109

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 109 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 109 deshalb nicht ausgerottet werden, damit am Ende der Tage das Wunder ihrer Bekehrung geschaut werde (vgl. Patrol. 17, 139, 151, 153> 868 u. a.). Am; Ende des vierten und dem Beginn des fünften Jahrhunderts hätten die ersten von der Kirche heraufbeschworenen Verfolgungen ihren Anfang genommen. »Nicht gegen Personen, sondern gegen Gebäude richtete sich der Angriff. Die Synagogen wurden zerstört gleich heidnischen Tempeln, damit die Gemeinden sich* auflösten« (S. 44). Ich gebe zu, daß man nach der Beschaffenheit mancher Quellen zu dieser Ansicht kommen kann, aber sie ist nicht die richtige. Die Angriffe richteten sich’ weit mehr gegen die Personen als gegen die Tempel. Vgl. nur die folgende haßerfüllte und unwürdige Äußerung des Ambrosius, die ich als eine von vielen anführe (Patrol. 15, 1628): Ex patre diabolo sunt non carnis successiöne sed criminis. Ergo omnes cupidi, omnes avari, Giezi lepram cum divitils possident ,* oder 17, 618: sed et Judäeorumlconsortia vitare debemus, quorum etiam confabülatio est magna pollutio. Hi enim arte' insinuant se hominibus, domos penetrant, ingrediuntur praetoria, aures judicum. et publicas inquietant; et ideo magis praevalent quo magis sunt impudentes. Hoc antem non recens in ipsis sed inveteratum et originarium mal um est usw. Daß Gregor der Große (S. 67) in der Duldsamkeit so weit ging, wie es nur immer ein Papst vermochte, möchte ich nicht zugeben. Gregor hat nicht nur den Weg sanfter Überredung eingeschlagen. Der Verfasser hat neben Äußerungen, wie sie sich־ etwa Migne 79, 92, 63, 76, 801 finden, namentlich Jaffe Nr. 747 übersehen. Das soll kein Vorwurf sein, denn C. konnte die Bedeutung dieses Schriftstückes nicht kennen. Gregor gab nach dieser Urkunde seine Zustimmung zu Reccäreds Politik nicht erst'10 Jahre nach der dritten toledanischen Synode, sondern bereits im März 591. Der dort genannte Leander nämlich* der Bruder Isidörs, war der Busenfreund Gregors von Constantinopel her, der Bekehrer Reccäreds und der leitende Geist auf der dritten toledanischen Synode. Durch Gregor ist die gehässige Judenpolitik im Westgothenland zum mindesten gebilligt worden. Spätere Judenfeinde berufen sich auch immer auf diesen Papst. Das beste Urteil findet sich in einem Schreiben an Friedrich von Mainz (Biblioth. rer. Germ. 3* 338): Judatfos violenter baptizari, Gregorius denegabat, ita Christianos eis quoquo modo sübici nullatenus permiitebat. Die Maßnahmen des Königs Egica sucht der Verfasser darauf zurückzuführen, daß »Nachwirkungen des unterdrückten Arianismus im Verein mit jüdischen Einflüssen in weiten Kreisen eine Stimmung erzeugt hätten, welche den Muß-Christen die Hoffnung; einflößte, daß ein Umturz der Orthodoxie und der mit ihr zusammenhängenden Staatsein-

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