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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 120

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1908-01-01
Page
Seite 120 (sequence 9)
Language
German
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120 Besprechung. tischen und auch hygienischen Rücksichten die ewigen Klammern vermieden und die erklärenden Zusätze unter den Anmerkungen plaziert werden sollen. Die Ü b e r s c h r i f t e n, welche den Inhalt einzelner Gruppen von Mischnajot hervorheben, sind für den christlichen Leser von Nutzen. Verdienstlich ist der Anhang zu Berachot: eine hübsche Übersetzung der wichtigsten jüdischen Gebete, des Schemas mit den dazu gehörenden Benediktionen und des Achtzehngebetes. Die Vorarbeiten sind fleißig und nicht ohne Kritik benützt worden. Einzelne Irrtümer abgerechnetj kann die Übersetzung als eine zuverlässige bezeichnet werden. Auch die Erläuterungen treffen zumeist das Richtige. Einige grobe Verstöße sind freilich nicht ausgeblieben, weil die Übersetzer mit der talmudischen Literatur und ihrer Geschichte nicht in erforderlichem Maße vertraut sind. So hat Fiebig keine Kenntnis davon, daß die Mischnah uns in einer ■palästinischen und einer babylonischen Rezension vorliegt, daß es unkritisch und unstatthaft ist, diese beiden Texte durcheinanderzuwürfeln. Daher hat er in den Text der gewöhnlichen Ausgaben, der auf die babylonische Rezension zurückgeht, Lesarten aus Lowes »The Mischnah on which the p al es t in ian Talmud rests« aufgenommen, und zwar trotzdem er richtig erkannt hat, daß die Lesarten dieser Edition meistenteils von geringem Wert sind1). Textkritik in der Mischnah ohne g r ü n d l i che Kenntnis der beiden Talmude ist ein Wagnis, das sich bald rächt. So hat Fiebig in den Text von Berachoth I. aus Lowe die Lesart »und das Essen der Pessach(lämmer)« aufgen omni eil, ohne zu wissen, daß im b a b y Ion i s c h e n Talmud2 * 4 * *) ausdrücklich gesagt wird, daß dies . in der Mischnah n i c h t steht : ואילו אפילת פסחים לא קתני, während in Jeruschalmi8) b e i d e Lesarten erwähnt werden : אנן תנינן אכילת 4פסחים אית דלא תנא אכילת פסחים). Auch das Einfücken von Stellen, die nach der Meinung eines Forschers spateren Ursprungs sein sollen, wie Fiebig es im Traktat Joma auf Grund von D. fioffmanns: Die erste Mischnah, und auch sonst tutj ist unkritisch und unvorsichtig. Es dürfte Fiebig schwer fallen, das anfechtbare in fioffmanns Büch zu verteidigen. 1J Berachoth S. 9 Anm. 5. 2) Berachoth 9 a. 3) I, 3 (3 a 37). 4) Der ursprüngliche palästinensische Text lautete: ואכילת פסחים ואכילת זבחים, wie die Mechilta, ed. Friedmann 6b, liest. (Schluß folgt.)

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