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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 105

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Staatsrat Stägemann
Date
1908-01-01
Page
Seite 105 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Analekten. 105 standen«. Um was es sich in der letzten Stelle handelt, kann man jetzt bei Philippson, Geschichte des jüdischen Volkes, Leipzig 1907, Bd. 1. S. 97 ff, nachlesen. Die freien Städte bemühten sich, unmittelbar nach Abmarsch der. Franzosen, die unter: dem Einfluß der letzteren den Juden zuteilgewordenen Vergünstigungen wieder aufzuheben, ja, Bremen dachte daran, die Juden einfach auszutreiben und Lübeck führte diesen grausamen Beschluß sogar aus. Bei Philippson ist S. 91 das Eintreten des österreichischen Geschäftsträgers für die Hamburger Juden vom 13. Februar 1815, S. 90 ein mißbilligendes Schreiben Hardenbergs an Lübeck vom 10. Juni 1815 erwähnt. Hier ist aber gewiß Juni für Januar verdruckt, daher muß dies schöne Schreiben von Stägemann sein, der in Hardenbergs Kanzlei eine hervorragende Stelle einnahm; man erkennt jedenfalls aus unserer Stelle, daß die preußische Regierung schon seit Januar 1815 für die Juden eintrat, und daß Stägemann das betreffende Aktenstück zu entwerfen gehabt hat. Diese gewissermaßen jüdenfreundliche Stimmung hält auch noch vor, als Stägemann in Paris lebt. Von dort berichtet er am 19. November 1815 : »Die Herzogin von Angoulöme hat Madame Fuld, Frau eines reichen Bankiers, die bisher eine Direktorin des weiblichen Wohltätigkeitsvereines war, ausgeschlossen, weil sie eine Jüdin ist, obwohl sie auf ihre Kosten 10 arme Kinder durch den Verein erziehen läßt« Der Bericht ist sehr interessant, weil er zeigt, daß, wenn auch in Frankreich die gesetzliche Freiheit der Juden nicht beschränkt werden konnte, doch nach der Rückkehr des ehemaligen Herrscherhauses eine gewisse gesellschaftliche Zurücksetzung, wie sie früher allgemein gewesen war, aufs neue Platz griff. 3. Die Juden und das junge Deutschland. In dem großen Gutachten, in dem die österreichische Regierung, d. h. der Staatskanzler Metternich die deutschen

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