Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 17)
- Language
- German
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82 Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. Bass und Diskant jährlich gegen 1000 fl. Der vernünftige!Teil der Gemeinde fordert,; daß der Schächter als Vorbeter diene. Beide Parteien führen deshalb einen Prozeß beim Hofgericht. Solches. Geld sollte für ein Erziehungsinstitut verwendet werden. , Hasser und Förderer der Juden ,sind;von den Berliner Ideen erfüllt. Mendelssohn und Dohm, aber auch Jakobsohn und Friedlaender hatten Anregungen gegeben, die je länger desto mehr die Gesetzgebung bestimmen. Ho lzm a nn will sich die Forderungen noch nicht aneignen, die Friedlaender in seinen 1793 erschienenen »Aktenstücken, die Reform der jüdischen Colonie in den Preußischen Staaten betreffend« aufgestellt hatte, daß die eigene Gerichtsbarkeit wegfalle, in Religionsdingen nicht mehr das weltliche Strafrecht sondern höchstens eine, in den Schranken der kirchlichen Societät sich haltende Zensur; vollzogen werde! Davon istnoch keine Rede; Aber von der Zukunft erhoffen jetzt alle, daß »der Wald der Ceremonien« gelichtet werde! Friedlaender trägt die Hauptschuld, daß die staatliche Besserstellung an die Bedingung geknüpft oder in der Absicht in die Wege geleitet wurde, daß die Juden ihr religä öses Verhalten umgestalten oder ihre Religion aufgeben. v. Rai m fordert eine Prüfung der Religionslehrer und Rabbiner.; »In protestantischen Ländern werden von den Konsistorien die katholischen von ihnen nominierten oder konfirmiertenGeistlichen examiniert! Warum *st man so nachsichtig gegen die Juden, daß man garnicht fragt, ob und was sie für eine Religionslehre haben?« Die Prüfung sollte zeigen ob sie erträgliche Kenntnis der Moral und ז des; Naturrechts haben, und ob sie in teutscher Sprache unterrichten können, »damit auch Christen ihn hören können und wissen, ob er Unsinn, Aberglauben und schädliche Lehren ,yortrage? Ich bin überzeugt, daß von dieser Nachsicht vieles der bisherigen Sittenverderbnis herrühre;«