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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 80

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
Date
1908-01-01
Page
Seite 80 (sequence 15)
Language
German
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80 Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. dehnt worden wäre, — .zugesagt, daß jeder in den Schutz genommene Jude ihnen für 200 fl. Wollenware abkaufen müsse, die er nur. außerhalb Badens veräußern dürfe. Hierbei scheint Preußen mit seiner Porzellanmanufaktur vorbildlich gewesen zu sein. Die Wollenfabrik hatte von einzelnen Juden sich mit Geld abfinden lassen. So wurde denn mehrseitig beantragt, da das Wohl des Staates mehr durch die Judenkinder als durch diese Fabrik gefördert werde, der Fabrik dieses Recht zu nehmen und den Juden »ein Geldsurrogat« zum Besten des Instituts zur Erziehung armer Judenkinder abzufordern. Am 12. Juli 1795 wurde von Ph. H 01 z m a n n ein dahin zielendes Reskript vorgelegt: der geheime Rat zögert, bis die Familie Wohnlich 1799 gegen ein anderes Privileg darauf verzichtet. Baurn.gaer.tner, der inzwischen Oberamtmann in Pforzheim geworden war, hatte die Verhandlungen zu gutem Ende geführt. Für die Aufnahme nachgeborener Söhne sollte ein viel höherer Betrag zugunsten dieser Kasse gefordert werden. Nathan Levi von Eichstetten zahlt — und zwar ist dies der erste einfließende Betrag —־ für seinen zweiten Sohn 25 Louisdor (325 Mk.). Einem Juden aus Pforzheim aber werden zur Ablösung einer 2jährigen Zuchthausstrafe wegen Gelddieb- Stahls 300 Florin ebenfalls für diesen Zweck auferlegt. Das Geld wurde vom Hofrat zinstragend angelegt. Man schlug sogar eine Auflage der ganzen Judenschaft vor, die »Schmußgelder« bei Verheiratungen, die prozentualen Gebühren bei Inventuren, Teilungen usw. zuverringern und das Ersparte dem Institute zuzuwenden, was natürlich den. heftigen Widerstand der Verkürzten hervorrief. 1797 verhandelt die Rentkammer mit dem Hofrat. Referent der Erstgenannten ist Assessor B e r n h ar d, des Letzteren H o lz.ma n n. Jener fordert guten Unterricht in Moral, Naturrecht und im alten Testament, will die Rabbiner aus der Reihe der geprüften Religionslehrer genommen und durch eine »vernünftige Erziehung«, wie den Besuch der Stadt- und Landschulen

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