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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 75

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
Date
1908-01-01
Page
Seite 75 (sequence 10)
Language
German
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Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. 75 darüber sind die Meinungen geteilt. Gegen Landbau der Juden spricht, daß Grund und Boden für die Christen nicht ausreicht und diese haben doch ein Vorrecht vor den Juden; daß ferner die Juden dadurch Bürgerrecht erhielten, was anderen Hintersassen nicht zugestanden wird; daß Viehzucht dazu gehört und deshalb den Juden Platz- und Waiderecht eingeräumt werden müßte. Tagelöhner können sie nicht werden. Sie sind dazu zu schwach, ungeschickt und trag, wollen Christen nicht dienen And ,betrachten den :Ackerbau als für ihre Nation »unziemlich«. Der Christ will den Juden nicht, und wegen Kost und Sabbath steht auch das Religionsgesetz im Wege. Da der Referent nicht gewillt ist, irgend eine andere Klasse von Menschen auf Kosten des christlichen Volkes zu begünstigen, so soll man ihnen Grundeigentum nur gleich christlichen Hintersassen und fürstlichen Bedienten mit Dispensation und der Bedingung gestatten, es allein durch Juden zu bauen. Müßiggang darf den Juden wie den Christen nicht erlaubt sein. Der Judenbettel ist ebenso wie »der Christenbettel gänzlich abzustellen«. Nur ein Sohn darf zum Handel zugelassen werden. Für jeden andern seiner Söhne hat sich der Vater beim Qberamt zu legitimieren, welche »Freikunst oder ehrliche Handtierung er ihm lernen zu lassen gesonnen sei«, da man müßiggehende Judenburschen fürderhin im Lande nicht dulde. Arme sollten, wenn sie nicht bei Christen als Arbeiter oder Taglöhner Unterkommen, außer Landes geschafft werden. Einer Fabrikanlage, wie sie Schlosser vorgeschlagen, redet er das Wort. Jedoch sollten nur inländische Juden beschäftigt werden, damit nicht ein ganzes Heer fremder, zusammengelaufener Juden zuletzt dem Lande zur Last falle. Die Aufmunterung soll nicht durch Prämien, sondern durch die Aufnahme in den Schutz, mehrjährige Freiheiten und Verminderung »d e s ohnehin für manchen f a s t u n e r s c h w i n g ii ch e n« Schutzgeldes gegeben werden. Leider verhallt die vernünftigste Ansicht, die des Oekonomierates Sonntag in

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