Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte der "Monatsschrift"
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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2 Zur Geschichte der Monatsschrift. schaftlichen Leistungsfähigkeit ihm anfeuernd, helfend und ratend zur Seite stand. Den Weg, der einzuschlagen, und die Richtung, die einzuhalten war, hatte ihnen bereits Zacharias Frankel vorgezeichnet. Mit der außergewöhnlichen Treffsicherheit, die für diesen großen Mann charakteristisch war, erkannte er schon unmittelbar nach den Ereignissen von 1848, daß das Leben in Westeuropa eine ganz neue Gestalt annehme. Durch die Stürme des Revolutionsjahres war die religiöse Frage auf unabsehbare Frist aus dem Mittelpunkt des öffentlichen Lebens hinweggefegt. Nur noch die politischen Interessen bewegten alle Gemüter. Der Judenheit drohte als nächste Folge des Umschwungs der Indifferentismus. Als ein Heilmittel gegen das Übel erschien Frankel die Begründung seiner Monatsschrift. »Der Kampf um die religiösen Interessen des Juden:־ tums« setzte er im September 1851 in den einleitenden Worten, mit denen er das erste Monatsheft eröffnete, auseinander, »ist überflüssig geworden. Die Gemüter haben sich ganz und gar von diesem Gebiete abgewendet. Bei alledem hat das Ende des Kampfes wenig Befriedigendes. Nicht Siegesruf begleitet ihn, sondern dumpfes, ödes Stillschweigen. Das Streben einer den Interessen des Judentums gewidmeten Zeitschrift muß demnach heute darauf gerichtet sein, für den Inhalt des Judentums die erschlaffte Glaubensgemeinschaft empfänglich zu machen. Und da sind nur . Geschichte und Wissenschaft des Judentums die wirksamsten Hebel, um die abgespannten Geister wieder in Bewegung zu setzen und erneute Teilnahme für das Höhere zu erwecken. Die Zeitschrift wird daher in erster Linie die Vergangenheit unserer Gemeinschaft in helles Licht zu setzen und die Macht der Glaubenskraft zu vergegenwärtigen suchen. Sie wird zugleich dem Historiker Material und dem gebildeten Leser Anregung und Belehrung zu geben trachten. Da ferner das Judentum seine wesentlichste Stütze