Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine sprachvergleichende Studie
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829795-2829797-2846109--34242-2846190- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
€ine sprachvergleichende Studie. Von A. Schmiedl. 1' Ein hebräisches ה intensivum (ה׳ החזוק). Wenn im Arabischen zu einem männlichen Adjektiv ein ה suff. hinzutritt, so wird dadurch das masc. nicht immer in ein fern, umwandelt, da dieses ה zuweilen nur zur Intension, das ist zur Verstärkung des in diesem Adjektiv liegenden Begriffes dient. Ein solches Adj. wird von den Grammatikern אסם אלמנאלגה (Nomen der Intension) VN» genannt. So wenn zu dem Adj. עלאש (gelehrt, ein Gelehrter) ein ה hinzutritt: עלאמה, so bedeutet es höchst gelehrt. Solche Adjektive mit dem ה suff., die eine männliche Eigenschaft oder Würde bezeichnen, zählen im Arab. nicht zu den Seltenheiten. So wie der souveräne Herrscher den Titel כליפה erhält, so nennt man einen geistig Hochbegabten דאהיה♦ Wer viele Traditionen und Lehren mitzuteilen wußte, wurde mit dem Titel ראויה, bezeichnet und dem bei uns üblichen Ehrenprädikat: יחיד בדוה, entspricht das arabische נאדרה אלזמאן (Sui temporis unicus vir). Doch diese arabische Spracheigentümlichkeit konnte an gründlichen Kennern ihrer arabischen Muttersprache schwerlich vorübergehen, ohne die Anregung, auch in ihrer zweiten von ihnen eifrigst gepflegten Muttersprache, der hebräischen, die ganz gleiche sprachliche Erscheinung aufzusuchen. Und derart kam wahrscheinlich Ibn Djanach auf die frappante Idee, das Prädikat הנביאה (Neh. 6, 14), trotz des auslautenden ה für ein masc. zu erklären. Er stellt die Behauptung auf: הה״א היא להפלגה ולחזק בלבד לא לנקבה (s. הרקמה, S. 39). Jedoch in den zwei weiteren Belegen, die er für diese