Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 1 · p. Seite 38

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 1
Article
Die Juden in Nordafrika bis zur Invasion der Araber
Date
1906-01-01
Page
Seite 38 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829795-2829797-2846108--34220-2846169
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

88 Die Juden in. Nordafrika bis zur Invasion der Araber. Ausübung ihrer Ämter dadurch zu ermöglichen, daß er sie von allen Dienstleistungen, welche den Geboten ihrer Religion zuwiderlaufen, befreite1). Sein Sohn und Nachfolger Antonin Caracalla, der noch in Afrika mit Juden zusammen erzogen worden war, war den Juden günstig gesinnt. Bereits als siebenjähriger Knabe hatte er warme Teilnahme für einen Judenknaben gezeigt, der wegen seiner Religion mißhandelt wurde2). Seine freundliche Gesinnung gegen die Juden spiegelt sich in den Berichten des Talmud über den judenfreundlichen Kaiser Antoninus wider, der mit jüdischen Gelehrten Umgang pflegte und von diesen bewogen, sogar die Beschneidung an sich vollzogen haben soll3). Indessen gewann das Christentum in den afrikanischen Provinzen immer mehr Anhänger. Das nördliche Afrika gehört zu den Gegenden, wo die Apostel zu allererst die Lehren des Christentums verkündeten. Der Apostel Marcus, der ein Jude aus Cyrene war, wirkte seit dem Jahre 40 in seiner Vaterstadt Im Jahre 61 ging er nach Alexandrien, um dort mehrere christliche Gemeinden zu gründen,: kehrte jedoch noch öfter in seine Vaterstadt zurück, wo er die ersten Bischöfe eingesetzt haben soll4). Die Stellung der afrikanischen Bischöfe zu den Juden war auch hier von Anfang an eine feindliche. Der Grund hiervon lag einerseits in der eifrigen Propaganda, welche die 1) Digest. 27, 1, 15, 6. 50, 2, 3, 3, wo dieses Recht mit Berufung auf einen Erlaß des Severus ausgesprochen wird. Vgl. auch Cod. Theod. XVI, 8, 3. Ulpian, De Decurione bei Le Blant, Les Actes des Martyres, Paris 1882, S. 69. 2) Spartian, Ant. Caracalla, vgl. GÖrres, Zeitschrift für wissenschaftl. Theologie 1884, S. 147 ff. 3) Jost, Gesch. d. Isr. IV, S. 88 ff. und Anhang Note 22, S. 230, wo nachgewiesen wird, daß der Antoninus des Talmud kein anderer als Antonin Caracalla sei. 4) Vgl. Mercier, a. a. O. I, S. 110.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.