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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 1 · p. Seite 35

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 1
Article
Die Juden in Nordafrika bis zur Invasion der Araber
Date
1906-01-01
Page
Seite 35 (sequence 14)
Language
German
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Die Juden in Nordafrika bis zur *nvasion der Araber. 35 allerdings ins Maßlose übertriebenen Berichte* 1) von den Grausamkeiten erklären, welche die Juden im Verlaufe dieses Aufstandes besonders gegen die Griechen verübt haben sollen, und die Verzweiflung und Wut, mit welcher sie gegen die zur Unterdrückung des Aufstandes herbeigegesandten römischen Truppen kämpften. Die Empörung hatte nämlich bald die Gestalt eines förmlichen Krieges angenommen, an dessen Spitze sich der jüdische Anführer Lucuas oder Andreas2) stellte. Zuerst wurden von ihm Cyrenaica und Libyen verwüstet, deren Einwohner sich nach Alexandrien flüchteten. Als aber die griechischen Bewohner Alexandriens, wahrscheinlich auf Anstiften der cyrenaischen Flüchtlinge die dortigen Juden überfielen und niedermetzelten, zog Lucuas mit seinen Scharen nach Ägypten, um an den Alexandrinern Rache zu nehmen. Der ägyptische Landpfleger M. Rutilius Lupus, welcher sich an der Spitze von griechischen Scharen dem Lucuas entgegenstellte, wurde geschlagen und gezwungen, sich nach dem befestigten Alexandrien zurückzuziehen. Da aber die Züchtigung Alexandriens dem Lucuas nicht gelingen wollte, durchzog er das flache Land, wo er mehrere Distrikte verwüstete und die Einwohner niedermachte. Erst gxolOrosius, Hist. VII, 12: Nam et per totam Libyam adversus i n c o 1 a s atrocissima bella gesserunt. 1) Nach Dio Cassius LXVIII, 32, sollen 220.000 Menschen durch diesen Aufstand umgekommen : sein. Die Juden sollen ihre Feinde teils geschunden und sich mit deren Haut bekleidet, teils von oben nach unten durchsägt und ihr Fleisch gefressen, teils den wilden Tieren vorgeworfen oder im Zirkus einander zu zerfleischen gezwungen haben, welche Grausamkeiten Münter (1. c.) mit -Recht als mit dem Geiste der Juden und ihrer Religion unvereinbar und daher auch als unglaubhaft betrachtet. 2) Eusebius (1. c.) nennt den jüdischen Anführer Lucuas, Dio Cassius (1. c.) hingegen nennt ihn Andreas. Ob hier zwei Namen für ein und dieselbe Person, oder zwei von einander verschiedene jüdische Anführer genannt werden, muß dahingestellt bleiben. Das letztere äst wahrscheinlicher. 3*

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