Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 9)
- Language
- German
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128 Besprechung. Verf. es schildert, ist es wohl gleichzeitig und später in Polen, aber nicht in den Niederlanden betrieben worden. Sehr umfassend waren die Talmudkenntnisse der amsterdamer Rabbiner damals überhaupt nicht, und von den »kleinlichen und spitzfindigen Diskussionen und Deduktionen« kann bei ihnen keine Rede sein. Richtig aber ist es, dass, wie der Verf. weiter ausführt, die Erklärung des Talmud den Verstand schärfte, einen Text sorgfältig erklären und logisch denken lehrte. — S. 35. Die Einheitsgedichte werden seit Jahrhunderten nicht »an jedem jüdischen Festtag«, sondern nur am Versöhnungstag in den Synagogen Deutschlands rezitiert. — S. 40 wird die Dichterin Franziska Duarte erwähnt. Duarte ist ein echt spanischer Name und kommt bei Marranen häufig als Vorname vor. Es verdient untersucht zu werden, in welchem Verhältnis die Dichterin zu den Marranen stand. Auch nach Freudenthals gründlichen und sorgfältigen Unter־ suchungen bleiben, wie das Vorwort ausführt, noch immer zahlreiche Lücken in der Ueberlieferung. Wie durch jede wertvolle wissenschaftliche Arbeit, so werden auch durch diese vortreffliche Schrift der Forschung eine ganze Anzahl neuer Probleme gestellt, die zu neuer Arbeit anregen. Dafür werden dem Verfasser die Geschichte der Philosophie und die Geschichte der Juden gleich dankbar sein. Wir sehen dem Erscheinen des zweiten Bandes, der Darstellung der Lehre Spinozas mit freudiger Erwartung entgegen; möge der Verf. nicht allzu lange darauf warten lassen. I. Elbogen. Mitteilung der Gesellschaft. Die Mitglieder der Gesellschaft zur Ford. d. Wiss. des Judent. können das kürzlich erschienene Werk: Prof. Dr. H. Cohen, »Ethik des reinen Willens« zu bedeutend ermässigtem Preise statt für M. 16 für nur M. 6, von der Gesellschaft beziehen. Bestellungen bitten wir an den II. Schriftführer, Herrn Dr. Max Eschelbacher, Berlin C, Alexanderstrasse 49, zu richten. Der Vorstand, I. V. Dr. Gustav Karpeles. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. M. Brann in Breslau. Druck von Adolf Alkalay & Sohn in Pressburg.