Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Geschichte der Familie Wallich
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Geschichte der Familie Wallich. dem er diese Stelle ebenfalls citiert hat, auf eine Stelle im handschriftlichen Minhagbuch des Juspa Schammes, wo es heisst: »Es sind 3 Familien, von denen man nicht einen Parnes wählen darf, und diese sind: Elsässer, das ist die Familie Treves; die Familie Walch und die Familie . . . (Name fehlt),« und zieht hieraus den natürlichen Schluss, dass wir es hier mit Familiennamen zu tun haben, deren Träger aus dem Ausland nach Worms eingewandert waren. Denn Ausländer hatten in Deutschland nicht das Recht an der jüdischen Gemeindeverwaltung teilzunehmen. Dryfzan oder Driefzeann entspricht wahrscheinlich dem »Treves« bei Juspa, denn die Treves schreiben sich auch Dreifuss, Trefusse, Trifes. Nach Gross1) stammt die Familie Treves aus Trier, französisch Trives, ihre Mitglieder konnten daher in Frankreich »Trivezans« genannt werden, woraus in Deutschland Drifzan wurde. Den Grund für das Fehlen des Namens »Kneheim,״ der nicht zu erklären ist, aber sicher auch einen Ausländer bezeichnet, in der zweiten Urkunde und bei Juspa sieht Epstein darin, dass diese Familie bereits nicht mehr in Worms vorhanden war. — Sodann weist ‘Epstein auf den wichtigen Unterschied hin, der in den Urkunden von 1312 und 1505 zwischen den die Walchs betreffenden Be- Stimmungen voriiegt. In dem Vertrage von 1312 werden die »Walche« schlechthin vom Judenrat ausgeschlossen, während in der Judenordnung von 1505 dies Verbot sich nur auf geborene Walche erstreckt. Es liegt also hierin, sagt Epstein, eine Konzession für die Walche, welche in Worms geboren wurden, daher komme es, dass wir im 16. Jahrhundert bereits Walche als Vorsteher in der jüdischen Gemeinde antreffen. Ich möchte dies noch etwas präzisieren. In der ersten Urkunde hat Walch noch rein nationale Bedeutung, doch hat man dabei eine bestimmte Familie, die aus dem Ausx) Gallia Judaica, p. 242.