Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die jüdischen Artikel in Ibn al-Qifti's Gelehrtenlexikon
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 11)
- Language
- German
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Die jüdischen Artikel in Ibn al-Qifti’s Gelehrtenlexikon. 5! von einem seldschukischen Sultan, den er geheilt, mit Ehren und Reichtümern überhäuft, hörte aber bei seiner Rückkehr nach Bagdad, dass Ibn Aflah1) auf ihn Spottgedichte gedichtet hat. Er merkte nun, dass er, solange er nicht zum Islam übertrete, keine volle Anerkennung finden werde, versicherte sich aber zuerst beim Chalifen [al- Mustangid, der 1160—1170 geherrscht hat und in dessen Diensten er stand], dass seine erwachsenen Töchter, von denen er wusste, dass sie Jüdinnen bleiben würden, trotzdem ihres Erbteils nicht verlustig werden würden. Nach ibn al-Zagäni war es eine andere Ursache. Die Frau und zugleich Cousine des Sultans Mahmud, deren Arzt Hibat ,Allah gewesen, starb an einer Krankheit, worauf der Sultan in eine grosse Trauer verfiel. H. A. fürchtete nun für sein Leben und nahm deswegen den Islam an. Q. rühmt weiter sein grosses medicinisches und sonstiges Wissen, das er in einem Werke, genannt (über Logik, Physik und Metaphysik) niedergelegt hat. Dieses Werk sei das beste, das über diese Gegenstände geschrieben worden ist. Der Verfasser selbst war so stolz darauf, dass er befohlen hat auf seinen Grabsteine die Worte zu setzen: »Das ist das Grab des einzigen seiner Zeit, Abu-l-Barakat, des geschätzten, des Verfassers desval-Mutabar«2). Andere seiner zahlreichen Schriften (aufgezählt bei St.) erwähnt Q. nicht, dafür aber erzählt er mit sonst ungewohnter Ausführlichkeit, wie er einen Bagdadenser von einem Husten geheilt hat, und dann noch Verschiedenes aus seinem Leben, so z. B., dass er x) Wer dieser ibn ,Aflah gewesen, wird nicht näher angegeben. Im Index, p. 446 a, Z. 2 v. u., wird er identificirt mit dem gleichnamigen berühmten Astronomen, der in Spanien gelebt und mit dessen Sohn Maimonides bekannt gewesen ist (vgl. St., Die hebr. Übers., p. 543; Oriental. Litt-Zeit. 1901, 276), doch ist von diesem nicht bekannt, dass er etwa im Orient sich aufgehalten hätte. 2) P. 34520: ^50 4*