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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 39

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
Date
1905-01-01
Page
Seite 39 (sequence 28)
Language
German
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Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. 3g umschweben und ihn die Seele noch nicht gänzlich verlassen hat, könnte der Wein und das Öl, das auf den Leichnam oder vor demselben ausgegossen wird, zur Beruhigung der Seele bestimmt gewesen sein; da aber auch die zur nochmaligen Bestattung ausgegrabenen Gebeine mit Wein und Öl begossen wurden, bei denen die Seele nicht mehr in Betracht kommt, gilt die Gabe auch im ersten Falle nicht dieser, sondern wohl dem Todten selbst1). Man darf hierbei nicht vergessen, dass wir es mit Äusserungen des Volksglaubens zu tun haben, gegen welche die Lehrer ankämpften, weil sie die heidnischen und abergläubischen Züge deutlich erkannten; dieselben waren jedoch seit zu langer Zeit eingebürgert und zu fest eingewurzelt, als dass שאי! אגו יודעי! טעמו, אף אין אנו יודעי! מפני מה בחרו שמן זית.♦ . ♦ והמנהג בבבל בהפסקת אבילות שאחר תפלת השחר מביאין שמן וסכין על ראשו וקורי! לפניו לשום לאבלי ציון, ורוחצין את פאתי ראשו במעט מים המין, ויש להם מנהג שמאכילין אותו פרוסה אחת ומברכין עליו ברכת אבלים קודם שסכין אותת וזהו סימן יציאתו מן האבל ומגלה את פניו ומשנה את בגדיו ובתשעה באב אין סכין אותו עד לערב. Ein Lehrer schrieb an R. Hai: Es ist bei uns Brauch, dem Trauernden am 7. Tage einen Becher Olivenöl gemischt mit Wasser zu bringen, tröstende Bibelverse darüber zu sprechen und dann das Öl dem Trauernden auf den Kopf zu giessen und mit einem Messer diesen zu kratzen (vgl. Baba bathra 53 b); am Sabbath unterlässt man das Kratzen. Wir kennen nun den Sinn dieses Brauches nicht. R. Hai antwortet hierauf: Auch in ganz Babylonien bringt man einen Becher mit wohlriechendem Öl, z. B. Rosenöl und salbt den Kopf des Trauernden, um diesen aus der Trauer hinauszuführen; dann giesst man warmes Wasser auf ihn und kratzt ihn mit dem Finger, worauf er seine Kleider wechselt. Der Grund dieses ist, dass der Trauernde sich nicht salben darf, wesshalb man, um das Ende der Trauer zu kennzeichnen und zu zeigen, dass es nunmehr gestattet ist, ihn salbt u. s. w. ג) Wir müssten folgerichtig auch das Streuen von Körnern und Nüssen bei einem Leichenzuge finden; es ist mir jedoch keine Stelle in der talmudischen Litteratur hiefür bekannt. Erwähnen will ich aber, dass Samter, Familienfeste, Seite 7 folgenden oldenburgischen Brauch anführt: Man streut unter den Sarg Roggenkörner, ursprünglich wohl, wie er hinzufügt, als eine Gabe für den Todten, um die Wiederkehr der Seele zu hindern.

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