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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 28

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
Date
1905-01-01
Page
Seite 28 (sequence 17)
Language
German
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28 Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. kerung der um Gaza liegenden Dörfer beim Einzuge des neuerwählten Bischofs von Gaza. Die Leute bestreuten nämlich den Weg mit Dornen und Disteln, so dass man nicht , weiter gehen konnte, gossen Schlamm aus und räucherten stinkendes Zeug, so dass die Kommenden wegen des Gestankes fast erstickten und auch das Gehen gehindert war. Die genau entgegengesetzten Einzelheiten bildeten offenbar die bei einem feierlichen Einzuge dargebrachten Ehrungen. Die Acta Pauli et Theclae 35 (bei Hennecke, Neutestam. Apokryphen, 375) erzählen: «Als Thecla den wilden Tieren vorgeworfen wurde, da wehklagten die Weiber, als andere schrecklichere Tiere losgelassen wurden, und die einen warfen Grün, die anderen Narde, wieder andere Kasienlorbeer und noch andere Amonium hinab, so dass dort eine Menge Spezereien waren». Es kann wohl nicht zweifelhaft sein, dass das Streuen von Gewürzen und wohlriechenden Pflanzen die fromme Märtyrerin ehren sollte1). Und aus noch späterer Zeit führt Spezereien als Zeichen der Ehrung eine sehr interessante Anfrage an den Gaon Scherira und dessen Bescheid vom Ende des 10. Jahrhunderts (Nr. 314 שערי תשובה) vor: וששאלתם, נהגו בני מקומנו ביום תשיעי ספק שמיני לחג להביא מוגמראות ובשמים לבית הכנסת ולעשן לפני ספר תורה, דבר זה מותר או אסור, כך ראינו שאסור לפי שכל יום טוב שני הוא יום טוב לכל דבר כראשון.♦ . וביום טוב שני זה שהוא אחרון רגילין אצלנו שמרקדין אפילו כמה זקנים * 0 Hierher gehört auch Psalm Salom. 11, 3: »Vom Norden kommen sie frohlockend über ihren Gott; von den Gestaden fernher hat Gott sie vereint. 4. Hohe Berge hat er ihnen zu Liebe zur Ebene erniedrigt, die Hügel flohen vor den Hinziehenden weg. 5. Die Wälder liehen ihnen Schatten auf ihrem Weg; allerlei wohlduftende Hölzer liess Gott ihnen aufspriessen, 6. dass Israel dahinziehe unter dem Schirm der Herrlichkeit ihres Gottes«. Als Vorlage haben wir uns den Zug eines Königs zu denken, für den die Strassen geebnet und die Hügel beseitigt werden, Schatten gegen die Hitze gemacht und schliesslich Wohlgeruch versorgt wird; und alles Dieses zeigt, wie Israel von Gott ausgezeichnet wird.

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