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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Raschi und Maimuni
Date
1905-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Raschi und Maimuni. mehr als ein Jahrhundert den ersten Rang auf dem Gebiete der Bibelexegese, besonders aber auf dem der Talmuderklärung. Aber nicht bloss in seinen Schülern, auch in seinen Schriften setzte Raschi, auch nach dem Tode, seine Lehrtätigkeit fort. In seiner Schule häuften sich, wie einst in Mainz, die als Kontres bezeichneten gelehrten Collegienhefte an, aus denen das Hauptwerk Raschi’s, der Commenter zum babylonischen Talmud, hervorging. Dieses und sein zweites grosses Werk, den Commentar zu den Büchern der heiligen Schrift, hinterliess er den kommenden Generationen als Erbe, die dankbar das Andenken des Mannes segneten, der durch achthundert Jahre das blieb, was er im Leben gewesen: ein Lehrer der Bibel und des Talmuds innerhalb der Judenheit. Das war Raschfs Leben; kaum wissen wir aus demselben etwas anderes. Die Namen, die in seiner Biographie zu erwähnen sind, sind die seiner Lehrer oder Schüler, zu denen auch seine Schwiegersöhne und seine Enkel gehörten. Sein Vaterland hat er, seit er von den Rheinstädten heimgekehrt war, nie verlassen; Verfolgungen haben während Raschi’s Leben die französischen Juden nicht erlitten; auch der erste Kreuzzug — mit dessen oberstem Heerführer, Gottfried von Bouillon, ihn eine bekannte Legende in Verbindung setzt — wurde erst in der Rheingegend zur Judenschlächterei. Die friedlichen, zuweilen auch den Scherz nicht meidenden Religionsgespräche und Disputationen, die im 12. Jahrhundert in Frankreich ziemlich oft zwischen einzelnen Vertretern des Christentums und Judentums Vorkommen, spielten im Leben Raschi’s noch keine Rolle. So war es ihm gegeben, ungestört sein Leben zu vollenden, dessen einzige Berufstätigkeit, wie es das überlieferte Ideal verlangte, die Thora war. * Das Leben Maimuni’s hatte im Gründe denselben wahren Beruf, wie das Raschi’s. Denn auch er widmete seine Tage der Erforschung und Erklärung der schriftlichen

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