Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Purim und Parodie
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 2)
- Language
- German
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Purim und Parodie. 85 nicht für Gelehrte unternommen wurden*). Leider sind mir bestimmte Mittheilungen darüber nicht bekannt. Es ist sogar möglich, dass gerade solche Aufführungen zur Einführung des Dramas in die hebräische Sprache beigetragen haben. Kapoport, im Vorw, zu שארית יהודה (s. unten n. 18, S. 89), bezeichnet das Achaschwerspiel als eine grosse Schundfh.it (נבלה גדולה), namentlich wegen der Mordoehai in den Mund gelegten ßeden, welche דברי הולאה durchaus nicht dem Lob und Dank entsprechen, die im Sinne der Alten für ein Wunder dem rettenden Gott zu spendon seien. Er erörtert in seiner gelehrten Weise, warum man am Purim nicht die Lohespsalmon recitire, sondern das Buch Esther lese. Aber auch an Stollen dieses Buches haben nicht bloss ״christliche“ Leser, wie Erbt, Anstoss genommen; Zunz bezeichnet dieses Buch als ein '״Denkmal unprophetischen Geistes*4 (s. vor. Jabrg. S. 185 1. Z.). Das 9. Kapitol erzählt Thaten der Juden — die allerdings zu den wunderbarsten, keineswegs rühmlichsten gehören, bis auf Vers 15: ״Doch nach der Beute streckten sie nicht ihre Hand44, was merkwürdiger Weise daran erinnert, wie oft Judenhetzen in Scene gesetzt wurden, um mit Judenplünderung zu enden* Im Sinne der Alten wäre die Tötung von 800 Feinden genügend, um ein Loblied zu verhindern. Lässt doch der Midrasch, um die Kürzung des Ilallel am Pesach zu motiviren, Gott selbst, der die Aegypter ertrinken lässt, sprechen: ״Meine Geschöpfe sanken ins Meery und Ihr •Awollt. Lieder singen Die *Vorlesung dieses Buches belehrt uns über die Bedeutung des Festes lür da9 Volk. Ihm sind Mordechai und Esther Nebenpersonen, die Hauptperson ist Hamati, dem ein pereat mit Katzenmusik, Knarre und Mörser ausgebraohfc wird, trotz alles Widerspruches der Gelehrten. Die Hainau sind aber wie die Korach2) ein stets sich erneuernder Typus. Man möchte zu der Ansicht kommen, das Fest habe soiuo Volkstümlichkeit nicht der Liebe für Mordechai, sondern der Verachtung des Ha man zu verdanken. Seresch's Wort (6, 13): ״Wenn aus dem Samen der Jeliudim Mordechai ist44 u. s. w, drückt ein starkes Vertrauen auf die gute Sache gegenüber den Haraan aus. Man erzählte sich hier, ג) Vgl. Hanle, Gesch, d. Juden in Anabach, S, 175. — Uobor doa jammervollen Antheil andern römischen Garnevalsaufzu ge 8. Vögelst, u. R. II, 220. a) Num. 26, 11 ist in diesem Sinne Sprichwort geworden : ״Die Xorachiden (Robelion) sferben nicht aus