Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine schwierige Mischah
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine schwierige Mischnah. 65) €ine schwierige ]ftischnah. (Maasaer sehen! IV, 8). Von jiubbimu׳ Salomon Brann. Im jcrusalemischen Talmud, im Tractat Maassor scheni, Cap. IV MischnaSb heisst es: (1המגיה איסר של מעשר שגי אוכל עליו אהד עשר איפר ואחד כמאה באיסר בית שמאי אומרים הכל עשרה ובית הלל אומרים בודאי אחד עשר ובדמא׳י עשרה. Im babylonischen Talmud und in unseren Mischnajoth lautet die Lesart dagogen auffäiligorweiso ואכל עליו אהד עשר באיסר. Durch diese textliche Incorrectheit wird die Mischnah unverständlich, und so viele Erklärungen im Laufe der Zeit auch versucht wurden, keine einzige von ihnen ist völlig befriedigend. Ad. Schwarz hat in der Jubelschrift zum 70. Gebutstag des sei. Prof. Graetz (S. 57—80) die vorhandenen Interpretationen zusammengestellt und nach einer eingehenden Kritik derselben seine -eigene Auffassung vorgetragen. Da es aber unserer Meinung nach auch ihm nicht gelungen ist, die Mischnah einfach zu erklären, möchten wir in folgenden eine neue Erklärung vorschlagen : Wenn jemand טבל hat und für die dem Werte eines איס,־ entsprechende Menge מעשר שגי Lösegeld hinlegt, um von seinem Getreide ein Quantum essen zu konnon, welches מעש״ר שגי im Werte eines איפר enthält, 80 kann er davon im Werte von lln/100 איפר verzehren. Hiervon sind nämlich 1מעשר ראשו!100/״, von den übrig bleibenden 10 ist dann 1 das eingelöste מעשיר שגי. Die Rechnung stimmt, wenn wir 1111/!oo durch 10 dividieren bis auf 1/!יססס worauf im jeru- 8alemischen Talmud zur Stelle (fol. 55 b) bereits Samuel hinzuweisen scheint. Diesen kleinen Rest berücksichtigt die Miscbnah nicht, weil er בטל wird. Weiterhin führt die Mischnah eine Controverse zwischen Beth Ilillel und Beth Schammai an über die Frage, ob der erste Zehnt מותר לזרים ist oder nicht. Beth Schammai ist der Ansicht des R• Meir, der dem זר den Genuss des מעשר ראשון verbietet (Jebam. 86a); daher darf man nach ihm von jenen llu/100 immer nur 10 verzehren (י(בית שמאי אומרים הבל עשרה Beth Hillel aber folgt der Ansicht der חכמים, dass מעשר ראשון מותר לדרים ist. Aus diesem Grunde unterscheidet die letztere Schule zwischen ודאי und דמאי, Im *) Diese bessere und richtige Lesart lag auch dem K. Simson v. Sena vor. Er kam aber, wie bereits vielfach nachge wiesen ist, trotzdem nicht zur richtigen Erklärung der Stelle•