Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 1)
- Language
- German
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24 Zur Kritik des griechischen und 'massoretischen Buches Esther. Zw Kritik 12s gmeMseki qqD 12s massöreiiseta pünes €sfa. Von Dr. J. Scheftelowltz« Eine feste Tradition des LXX-Textes beginnt erst, seitdem er kanonisch geworden ist. Da der griechische Text in der vorchristlichen Zeit keine Heiligkeit besass, so wurde er ursprünglieh nicht mit derjenigen Sorgfalt abgeschrieben, welche die Juden für ihre heiligen Bücher verwendeten. Deshalb erscheinen die Abweichungen des LXX-Textes vom Hebräischen, wenn nicht gerade triftige Gründe vorliegen, von vornherein als secundiir. Unter allen Büchern des A. T. ,weicht nun gerade das griech. Estherbuch am meisten vom hebr. Text ab. G, Jahn hat deshalb in seinem Buche ״Esther nach der LXX wieder hergestellt“, Leyden 1901, nachzuweisen versucht, dass der LXX. Text dieses Buches wörtlich aus einer primären hebräischen Vorlage übersetzt sei, während der massoretische Text auf späterer Umarbeitung beruhe, 80 dass die in ihnen enthaltenen Abweichungen vom griechischen Text unursprünglich seien. Er hat sich aber hiebei nicht ־die Fragen gestellt: 1. Hat die LXX stets für ein bestimmtes hebr. Wort an den verschiedenen Stellen consequenfc ein und dasselbe griechische Wort gebraucht, ohne im Ausdruck je gewechselt zu haben? 2. Hat LXX stets, und selbst da wörtlich übersetzt, wo hiedurch der Satz an Deutlichkeit Einbusse erlitten hätte? Jahn nimmt an, in der griech, Uebersetzung stehe jeder Ausdruck für einen genau bestimmten hebräischen und werde nur in diesem Sinne gleichmässig angewendet. und LXX sei nur in den seltensten Fällen im Ausdruck von ihrem hebr. Original abgewichen. Ausserdem berücksichtigt Jahn nur den vaticanischen Text, trotzdem an manchen Steilen die Codd. Alex und Sin. den Text besser überliefert haben. Die Richtigkeit solcher Lesarten wird besonders durch die armenische Bibel, die meistens dem vatic. Text folgt, durch Vetus latina (Sabatier: Bibi. sacr. lat. versiones antiquae) und Josephus1), in zweiter Linie durch Lucian und Origenes (F. Field : Origenis Hexapla) bestätigt. Im־ folgenden soll nun dasjenige Material, das für die Priorität des griech. ב) Jesephos hat an einigen Stellen auch den hebr. Text benutzt, z. B. 1, 8;.wpocsTöc^e Tot; Siaxävoi; ph tv .השמיד כדת אין ענם#" oder 9, 22 jxspßoc; GtXkrX&s — משלוח מנות איש לרעהו, ,