Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1902)
- Article
- Die neueste Construction der jüdischen Geschichte
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 37)
- Language
- German
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Die neueste Oonstruotion der jüdischen Geschichte. 37 wie wir aus Sefer ha-Kabbalah erfahren zu Oma1,J8 Zeiten bereits Schulhaupt ־von Nehardea und blieb es bis nach Ali’s Einzug in die Stadt 660; die Anwesenheit des Kalifen gab Anlass zu der huldvollen Begegnung, von der Scherira und Äb1\ Ihn Daüd berichten. Nach dem TodeR. Jizchak’s (nach 660) vereinigte sich die Akademie von Nehardea ־wie in den Tagen der Arnoräer mit derjenigen von Pumhedita, und es gab nur noch zwei Geonim. Man muss staunen., welche Geheimnisse der Verfasser aus den wenigen Zeilen herauszulesen wusste, aber man muss auch zugestehen, dass mit dieser Methode der Inter״ pretation in jeden Text jeder beliebige Sinn hineingelegt werden kann. Dabei lässt auch diese gewaltsame Erklärung noch einige wichtige Prägen offen. Fangen wir von hinten an, so hat die Schule von Nehardea auch zur Zeit der Amoräer neben Pumhedita bestanden, Amemar wird p. 68 ff. als Leiter derselben nachgewiesen, und Sanhedrin 17 b nennt andere Berühmtheiten von dort. Dass die Akademie von Anbar ferner gerade nach der Auszeichnung eines durch lange Wirksamkeit gesegneten Oberhaupts ohne weiteres geschlossen wurde, müsste doch irgendwie begründet werden. Und gehen wir au die Anfänge dieser Akademie zurück, so suchen wir vergeblich eine Quelle, die von der Flucht der Suraner nach Anbar berichtet. Nach alledem können wir nicht umhin, Scheriras Bericht noch einmal näher zu prüfen, und da stossen uns zunächst folgende Bemerkungen auf. 1) Sura soll 920 Sei. 609 eröffnet worden sein; die alte Ausgabe im Juchasin und ed. Goldberg lesen 925, das Mscr. Damascus bei Neub. p. 187 hingegen 908. Demnach hat unser Verfasser, der nicht müde ־wird, die Vorzüge der Ausgabe im Juchasin zu preisen, obwohl ihm auf jedem Schritt Textfehler in ihr begegnen, ganz willkürlieh die ihm genehme Lesart bei Neubauer vorgezogen, Keineswegs jedoch ist die Zahl so gesichert, dass weitgehende Folgerungen daraus gezogen werden können. 2) בהרדעא als Wirkungsort R. Chinnenas ist ebenfalls nicht verbürgt 5 weder ed. Goldberg noch Ms. Dam. lesen es, und Abraham Ihn Daüd hat keine Spur von Geonim in Anbar; diese Entdeckung ist erst Herrn Halevy Vorbehalten geblieben. Sollte obi״e Ortsbestimmung ursprünglich sein, so hätte sie ihren Ursprung in der alten Identificierung von Nehardea und Pumhedita. 3) Scherira hatte eben berichtet,' wer