Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die nach Raschi benannten Gebäude in Worms
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 23)
- Language
- German
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66 Die nach Raschi "benannten Gebäude in Worms. lehrte darin der berühmte Eleasar Rokeach, und das Lehrhaus wurde daher Bet ha-Midraseh des Rokeach genannt (Nt 1 u. 2). 1615 wurde das Haus zerstört (N 3), und es lag über 100 Jahre in Trümmern. Gegen 1720 wurde es von Löb Sinzheim wieder aufgebaut (N. 8). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude umgebaut, und bis auf die Gegenwart wird es als jüdisches Spital verwendet (]ST. 15). III. Das Bethaus Raschi's oder das Bethaus des Bet ha- Midrasch. Dieses kleine Bethaus gehörte, wie wir wissen, zu dem Bet ha-Midrasch. Ich verzeichne in ]folgendem die Stellen, wo dieses Bethaus erwähnt wird, und nehme dabei auch jene Stellen auf, wo einer Synagoge ohne weiteres gedacht wird, welche aber mit der grossen Synagoge nicht zu identificieren ist, und unter welcher wahrscheinlich das Bethaus des Bet ha-Midrasch gemeint ist. I) 1128. Judas-Hermann erzählt in seinem Hermanni 0pu8culum de sua conversione c. 16, dass er 1128 auf seiner Reise von Köln nach Mainz in Worms gerade an jenem Tage eintraf, an welchem die Juden sich in der Synagoge zu versammeln pflegten. Er traf sie dort bei dem Studium der Commentare des Gamliel über das alte Testament. Archisynagogus war damals David1). Wenn die Erzählung Hermanns ernst zu nehmen wäre, so müsste hier von einem Bethause des Bet ha-Midrasch, und nicht von der grossen Synagoge die Rede sein, denn in dieser wurde gebetet, und nicht studiert. Mir scheint aber die Erzählung erdichtet zu sein. ג) Nam veniens Wormatiam, übi germanum fratrem, voeabulo Samuelem, habebam, Judaeorum synagogam die illo, quo convenire solebant, introivi, eosque Gamalielis sui superstitiosa super yetus testamentum commenta legentes -audivi . . . Contra archisynagogum quoque David nomine . . , . S. Aronius Begesten S, 103, 104, und über Opusculum Hermanni s. Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland II3 217 ff. Mir seheinen die Angaben Hermanns nicht verlässlich zu sein. Die ganze Schrift ist zu sehr auf Effect berechnet. Der Weg von Köln nach Mainz führt nicht über Worms. Es ist nicht bekannt, dass die Juden an einem bestimmten Tage Commentare zur Bibel öffentlich stadirten. Auch, hat es keine Commentare eines Gamliel zur Bibel gegeben. Ich glaube daher, dass die Erzählung auf Dichtung beruht.