Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Portraits des Jacob Jehuda Leone
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Die Portraits des Jakob Jehuda Leone. Schultern. Das ganze Oval ist umgehen von der Umschrift: Effigies viri doctissimi et clarissimi Jacohi Yehudae Leonis Hebraei autoris Structurae templi Salomonici facti anno 1641. Unten eine aufgewickelte Rolle■ mit der Darstellung der Stifts« hütte und des Tempels Salomonis. Darunter liest man: Conr. jBuno fec. Viel seltener als dieser Kupferstich ist das Portrait Leone’s,. das von Salom Italia gestochen ist, einem jüdischen Künstler, von dem wir leider so gut wie nichts wissen. Nagler, der Italia in seinem Künstlerlexicon nennt, weiss von dessen Lehensumständen nichts zu sagen und kennt nur eine Arbeit von ihm, eben das hier besprochene Portrait, während noch ein zweites von ihm gestochenes Portrait, das des Manasse Ben-Israel, vorli^gt, dessen Schönheit der jüngst von ,der in London' noch vorhandenen Platte 'hergestellte1 Neudruck kaum ahnen lässt. Kann man auch aus der Anfertigung dieser beiden Portraits vermuthen, dass Salom Italia wenigstens zeitweilig in London oder Amsterdam gelebt haben mag, so scheint es, worauf mich noch der sei. Prof. David Kaufmann freundlichst aufmerksam machte ziemlich sicher, dass Salom der Mantuaner Buchdruckerfamilie d’Italia angehörte. Er könnte demnach vielleicht ein Sohn des Elieser d’Italia gewesen sein, der 1612 eine neue Druckerei in Mantua errichtete. (Steinschneidern. Cassel, Jüd. •Typogr. S. 47 u. C.B. 8067). Das von Italia gestochene Portrait Leone’s ist, sowohl im Bilde selbst, wie auch in der Umschrift, bis auf ganz geringe Abweichungen durchaus identisch mit dem von Buno gestochenen, nur liest man bei dem ersteren unten: Salom Italia — Sculpsit. Es haben also offenbar beide Künstler nach dem gleichen Original gearbeitet, und scheint dieses, wie aus der ganz gleichen Anordnung der Umschrift zu vermuthen ist, eine Handzeichnung gewesen zu sein, da ein Oelbild schwerlich eine rings um die ganze Darstellung gehende Inschrift gezeigt haben würde. Der Zeichner ist aul keinem der beiden Stiche genannt. Das von Italia gestochene Portrait Leone’s findet sich der ersten Angabe seines Tratado de los Cherubim (Amsterdam 5414) vorgebunden, und hat eine Bildgrösse von 177X183 mm., während der Buno’sche Stich eine solche von 177X126 mm., aufweist. Ganz unbeachtet ist aber anscheinend ein drittes, kleineres, (75X77 mm.) vermuthlich von J. von Meurs gestochenes Portrait Leone’s bisher geblieben. In viereckiger, oben und an den Seiten durch Lorbeerstäbe gebildeten Umrahmung steht,