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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 1
Article
Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
Date
1900-01-01
Page
Seite 25 (sequence 2)
Language
German
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Zur Charakteristik des Levi ben Abraham bei! Chajjim. 25 sein scliien. Maimuni spottet über ״die kümmerlichen Exegeten, die das Verständniss von Worten für Weisheit nehmen“1). Es galt die Uebereinstimmung des Wissens mit dem durch das Bibelwort geoffenbai fcen Glauben aufzuzeigen. Der nothwendige Ausgangspunkt war, die wahre Philosophie zu finden; denn sie war diejenige, die in dem recht erfassten Bibelwort enthalten sein musste. Sie gab den Maassstab, nach dem allein die exegetischen ResrRate beuicheilt werden konnten; denn nur wenn ein Satz durch Yernunftsclilüsse gegen jeden Zweifel sicher gestellt war, konnte er in der heiligen Schrift stehen. Ihn dort aufzudecken und so zur richtigen Auslegung zu gelangen, war das letzte Ziel alles Philosophirens. Es genügt hierfür auf die blosse Thatsache hinzuweisen, dass die‘Metaphysik jüdischer Religions- Philosophen überschrieben ist, nicht ״Geheimnisse der Natur“, sondern: ״Geheimnisse der Bibel2 3)“. Wollte einer dieser Rationalisten sein Sjrstem darstellen, so konnte er es daher auch in Form eines Bibelcommentars thuns). Ein Aristoteles-gläubiger Averroist hätte einen Commentar zum Aristoteles geschrieben. Solche Bestrebungen hatten zur Consequenz, dass auch in allen Erzählungen der Bibel eine bestimmte philosophische Tendenz erblickt w arde; es erschien undenkbar, der heiligen Schrift blosse Lust am Fabuliren zuzumuthen4). Damit war der weitgellendsten illegorese und Typologie Thür und Thor geöffnet, lind auch die schlimmsten Ausschreitungen waren nur die nothwendige Folge. Für fast jede derselben findet sich schon bei einem so besonnenen Vertreter dieser Richtung, wie Maimuni, der Keim. Es braucht nur an seine Erklärung der Ophannim, an seine Auslegung des siebenten Kapitels der Sprüche und des Buches Hiob erinnert zu werden5). Um diese Entwicklung bis zu ihren Extremen hin zu begreifen, ist es deshalb wohl nicht erforderlich, den ״auf dem *־) More 2. 29 sub iin.: ודא כמו שיעשו הדרשנים והמפרשים העניים אשר יחשבו כי ידיעת פי׳ המלות היא החכמה Im übrigen sei verwiesen ■ auf Bacher: Bibelexegese Maimunis. Ich führe hier nur diejenigen Belege an, die dort übergangen wurden. Ausserdem sei bemerkt, dass ich den ״More" in der■ hebräischen Uebersetzung citire, weil er in dieser Form seinen Einfluss ausgeübt hat, zumal auf den hier zu behandelnden Autor. 2) Ucbcr diesen terminus s. Bacher a. a. 0. p. 12, n. 411׳ 3) Yergl. Kaufmann: Attributonlehve, p. 366, Aim. 4. 4) More III, 50: דע כי בל ספור שתמצאהו כתוב בתורה הוא לתועלת הכרחית בתורה אם לאמת דעה שהיא פנה מפנות התורה או לתקון מעשה מן המעשים 5) S. Bacher a. a. 0. p. 122 fl, p. 16. u. p. 126 ff.

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