Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 1
Article
Zwei autographische Urkunden von Moses und Abraham Maimuni
Date
1900-01-01
Page
Seite 8 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829741-2829743-2845438--29721-2845459
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

8 Zwei autographische Urkunden von Moses und Abraham Maimuni. Zwei autographisclie Urkunden von Moses und Abraham Malmüni. Uebersetzt und besprochen von Oberrabbiner Dr. S. H. Margulies in Florenz. Die beiden liier im Lichtdruck wiedergegebenen Urkunden stammen ans dem von Sch echt er*) gehobenen Schatze handschriftlicher Denkmäler der jüdischen Literatur, welcher jabrhundertelang in der Geniza von Cairo begraben lag. Ihr Werth liegt weniger in ihrem Inhalt als in den unzweifelhaft echten Unterschriften, die sie tragen. Nr. I ist das Fragment eines von Mose Maimuni’s eigner Hand geschriebenen und Unterzeichneten und wohl an alle nordafrikanischen Gemeinden gerichteten Briefes, worin der Gemeindevorsteher und die Rabbiner aufgefordert werden, zum Zwecke der Auslösung von Gefangenen eine Geldsammlung zu veranstalten, wie dies bereits in anderen, wahrscheinlich egyptischen, Gemeinden und seitens Maimüni’s selbst in Vereine mit andern Rabbinern und Gelehrten mit Erfolg geschehen sei. Die gesammelten Summen sollen dem Ueberbringer des Briefes, einem gewissen Ahron ha־Levi, der auch mit der öffentlichen Verlesung eines auf die Lage der Gefangenen bezüglichen Documentes beauftragt sei, eingehändigt werden. Ein Ehrfurchtsschauer ergreift uns, wenn wir die Schriftzüge des Mannes betrachten, dessen ״starke Hand“ einen so mächtigen Einfluss auf das Judenthum geübt, und der, adlergleich über alle seine Zeitgenossen sich erhebend, auch unter den grossen Lehrern der späteren Generationen kaum seines Gleichen gefunden hat. Leider hat der Brief von der Länge der Zeit und von der Ungunst des Ortes, wo er aufbewahrt war, stark gelitten. Nicht nur einzelne Buchstaben, sondern ganze Wortgruppen sind bis zur völligen Unleserlichkeit verwischt, andere sind nur noch mit grosser Mühe zu. entziffern, oder vielmehr zu errathen. Wiewohl daher auch Einzelnes in dem Briefe, mir wenigstens, dunkel bleibt, so ist doch der oben kurz angedeutete Inhalt desselben im Allgemeinen ziemlich klar und gesichert. *) Für die freundliche Ueberlassung derselben zur Veröffentlichung sei dem verehrten Freunde, Herrn Dr. Schlechter, dem Eigenthiimer der Dokumente, auch an dieser Stelle herzlichst Dank gesagt. Dr. B.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.