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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 1 · p. Seite 48

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1898-01-01
Page
Seite 48 (sequence 3)
Language
German
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48!Besprechungen. A: in Rom vor dem 4 .1 all 1*h 1111 dert (Kauileute, Maler. Schauspieler, 1 lichter, Säuger, Fleischer, Schneider,. Schmiede, Bettler). B: in der Levante, Persien, Syrien und dem Osten bis zum 12. .lahrli. (Landbesitzer, Landarbeiter, Müller und alle Arten von Handwerk und kaufmännischem Bewerbe: XB. kein Geldverioiher. verhältnissmässig wenig wissenschaftliche Berufsarten, im ganzen HH Klassen, zn denen ich der Vervollständigung halber noe.11 den Beruf eines jüdischen Scharfrichters M in Byzanz aus dem Jahre 1070 hinzufügen könnte (cf. Mich. Attaliota cd Im. Bokker, p. 178, 10; allerdings wird dort dor Jude ajxaWg 7ד TO'.odlra genannt; aber die Stelle beweist, dass mau auch für diese Thätigkoit .luden zu verwenden keinen Anstand nahm). C: in Deutschland, Xo rd-F r a u k re i c U und England: 41 Berufsarten. — D: in Süd f ra n k r eie. 11, Spanien, Italien vor dem Ende des 14. sec.: i>H Berufsarten vom Hofmaun und Beamten des päpstlichen llauslmlts bis herab zum derber, drobschmied und Löwenbändiger. — E: in Brag im 17. sec.: C>0 Berufsaden. F: Berufsarten dor Tlioilnelimcr an dei־ von Napoleon im Jahre ISO(» versammelten OoniWenz jüdischer Delogirton. Eine blosse Durchsloht, dieser Liste genügt, um die drundlosigkeit der Behauptung zu erhärten, dass die .luden körperliche Arboit mieden; sh« beweist, vielmehr, dass der Gcldhandel, besonders der .ludon im Norden Europas, nichteiner besonderen Vorliebe entsprach, sondern ihnen durch die Umstände aufgezwtmgen wurde, und dass schliesslich ,andere Berufsarten darüber nicht vernachlässigtworden sind. Ansprechend sind zumeist die Versuche des Verfassers, Sitten ח ml Bräuche auf ihren Ursprung zuriiekzuführen. wenn man auch nicht, uh erall mit .seinen Ergebnissen einverstanden sein dürfte. — Die Decke über die Striezel am Freitag-Abend aus dem Bodürfniss nach Sauberkeit zu erklären, damit das Brot nichtvon dem Kidduschwoin begossen werde, ist zum mindeston sehr künstlich, Ich erinnern mich einer sinnigeren, zarteren Begründung, die echt jüdische Kmplindsumkeit atmet, Man will das Brot nicht dadurch beschämen, dass über den Wein zuerstder »Segen gesprochen wird. ״־* Unter den Ergötzungen am (•lianue-kakonnte auch das Trendel erwähnt, werden. Bedäuiig ein Wort׳, das für die rühremlo Anhänglichkeit der ,ludon an dio Ileinint, aus der sie lieblos vertrieben sind, zeugt. Die deutsche Bezeichnung Trendel —- Kreisel (angelsächsisch: trendcl Ring, Kreis) ist für dies Spielzeug auch in Polen, Ungarn und Böhmen, soviel ich weiss, im Gebrauch. Wir widerstehen nur schwer der Versuchung, Einzelheiten weiter horvorzuhobon, um den für eine Besprechung bemessenen Raum nicht zu überschreiten. Wir können oir.e Lektüre des interessanten Buches aufs wärmste empfehlen; niemand, sei er Fachmann oder Laie. wird es ohne innere Befriedigung aus der Hand legen. B. Badt. l) Ich brauche wohl nicht zu bemerken, dass mitder Zulassung zu diesem als ״unehrlich“ geltenden Gowerbe eine Auszeichnung des Juden nicht beabsichtigt war. Unberechtigter Nachdruck aus dom Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.

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