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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-10-01 · Heft 1 (Oktober 1896) · p. Seite 26

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 1 (Oktober 1896)
Article
Jüdische Alterthümer in Speier
Date
1896-10-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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20 Jüdisclio Alterthümer in Speier. daher, dass von den jüdischen Altorthiimern in Speier sicii nur geringe Spuren erhalten habon. Nur das ״Judcnbad,fc, weil unterirdisch, ist gut conservirt und legt von der Bauthätigkeit der Juden im 11. Jahrhundert Zeugniss ab. Von der Synagoge sind nur noch drei Wände vorhanden. Die steinerne Tafel, welche an der inneren Seite der Westwand angebracht ist und wohl für eine Inschrift bestimmt war, ist leider unbeschrieben geblieben. Von den Grabsteinen, welche bei Abtragung älterer Gebäude zum Vorschein gekommen waren, haben sich bloss 13 Stück erhalten; der älteste ist vom Jahre 1145. Alle übrigen wurden — noch in der jüngsten Zeit — zu Bauten verwendet. Der Friedhuf dient jetzt zur Baumschule; westlich von ihm geht die Eisenbahn, und östlich zieht sich die schöne Strasse nach Worms und Mainz hin, auf welcher 1084 die ersten jüdischen Ansiedler in Speier aus Mainz angekommon waren. Bischof Rüdiger bostimmte ihnen diesen Platz zum Gottesacker. Hier fanden die Gehetzten und Gejagten verschiedener Jahrhunderte eine gemeinsame Ruhestätte. In den Jahren 13.15 und 1375 wurde auf dem Friedhöfe gekämpft, und über den Männern, welche ihren Geist für ihro Ucberzeugung aushauchten, wütheten Brüder gegen einander um vergängliche Güter — Und doch ist es mit der älteren Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Speior nicht so gar schlecht bestellt. Den Mangel an Denkmälern ersetzen die vielen Urkunden dieser Stadt. Die bekannten Judenprivilegien für Speier und ein verkannter hebräischer Synagogen-Boricht geben uns, wenn gcdiörig aufgefasst und combinirt, den!)Osten Aufschluss über die Anfänge und Ent- Wickelung der Speierer Gemeinde. Zu diesem Zwecke führe ich hier die genannten Documente vor und unterziehe sie einer eingehenden Besprechung. Meine topographischen Angaben beruhen aut eigener Beobachtung 1). Das Juden privileg des Bischofs Rüdiger. Rüdiger, Bischof zu Speier 1073—1090, war der Solm eines Speierer Bürgers von dem Gesehlechte der Hutzmannen. Er war immer bestrebt, das Ansehen seiner Vaterstadt zu heben. Zu diesem Zwecke zog er das Dorf Speier zur Stadt‘-) und ג) Bei meinen Studien in Speier gingen mir die dortigen Gelehrten, Herr Rector Ohlenschlager und Herr Regierungsassessor G. Berthold, in liebenswürdiger Weise an die Hand. Ich erledige mich hiermit einer angenehmen Pflicht und spreche ihnen dafür meinen verbindlichsten Dank aus. צ) So schreibt Simonis: Als besonderer Liebhaber seines eigenen

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