Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1896)
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
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16 Blau, talmudische Kandnoten. die letztere in dem Satze, welcher von der Eroberung Babylons durch Cyrus, von dessen die Tempclgefässe betreffendem Gelübde und von der Verbindung der beiden Könige in kurzen Andeutungen spricht, die von Josippon gebotene Darstellung der Ereignisse voraussetzt. Um jedoch die Quelle dieser Sage und der Ergänzung des Bibeltextes genau kennen lernen zu können, muss zuvörderst die Zusammensetzung des bei Josippon befindlichen Abschnittes untersucht und darauf hin geprüft werden, ob dieser einheitlich ist und alle Tlieile desselben zu einem Ganzen gehören oder vielleicht aus verschiedenen Er- Zählungen zusammengetragen sind. (Fortsetzung folgt) Aus den talmudischen Randnoten des Herrn Rabbinatspräses S. L. Brill in Budapest. Von Prof. Dr. Ludwig Blau. Der ehrwürdige Gelehrte, aus dessen Notizen dieser Aufsatz hervorgegangen, ist der Nestor der ungarischen Rabbiner, der sich ob seines Charakters und seiner Gelehrsamkeit allseitigor tiefer Verehrung erfreut, ln seiner langen öffentlichen Wirksamkeit — er steht seit einem halben Jahrhundert in den Diensten der Fester israelitischen Religionsgemeinde und war ein Jahrzehnt hindurch Professor an der Budapester Landes-Rabbinerschule — hat er es verstanden, Altes und Neues mit seltenem Takte in Harmonie zu bringen, sodass seine Person von allen Vertretern der verschiedenen Richtungen im ungarischen Judenthume, wo die Gegensätze schärfer hervortreten, als in anderen Ländern, mit der grössten Hochachtung umgeben wird. Ein Hörer von Moses Sofer in Pressburg und August Boekh in Berlin, wo er auch mit Sachs und Zunz verkehrt hat, und von anderen hervorragenden Vertretern der religiösen und profanen Wissenschaft vereinigt er in sich gleiclimässig jüdisches und allgemeines Wissen. Er gehört zu den seltenen bedeutenden Talmudisten, welche ausser der Tradition auch die übrige jüdische Litteratur in hohem Masse beherrschen. Er ist nicht nur glücklicher Besitzer einer selbsterworbenen, an seltenen und werthvollen Werken