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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-10-01 · Heft 1 (Oktober 1895) · p. Seite 45

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 1 (Oktober 1895)
Article
[Rezension]
Date
1895-10-01
Page
Seite 45 (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen. 45 Hirschfeld Hartwig־, AssabHniyya a philosopliical poem in Arabic by Müsä b. Tübi together witli tbe hebrew Tersion and commentary styled Batte Hannefes by Salomon b. Irninaimel Dapiera edited and traiislated by . Abstract from tlie report of the Montefiore College• London, Luzac & Co. 80, 2^62־ pp. 1894, Das philosophische Lehrgedicht, die sieb zig Vierzeiler, des sonst unbekannten Maghrebiners Musa b. Tobi wird uns hier zum ersten Male nach dem Unieum in Oxford (Cat. Neubauer Nr• 2095 4) vorgelegt. Auch um die handschriftliche Ueberlieferung der hebräischen lieber־■ Setzung Salomo b. Immamiers da Piera לפטא ist es nicht viel besser bestellt, da von den zwei bekannten Handschriften Cod. München 57;i und Halberstam (Montefiore) 205ג die erste in Folge ihrer Fehlerhaftigkeit wenig in Eecbnung kommt. Das Wort לפטא ist, wie sich Hr. Hirschfeld aus cod. Plnsker 14 (מזכיר לכני רשף s. p. 26) hätte überzeugen können, ein Ortsname, nicht arabisch. Was soll bei hebräischen Manuscripten die Berufung auf maghiebinisch arabische Orthographie (s. 9 n. 3)V Wir wissen vom Dichter wie vom Uebersetzer kaum mehr als die Namen. Ein David Halawa oder Aleppo erscheint in cod. München 265 wie in cod. Pinsker 14 als Vormund der Tochter oder der Töchter eines Maestre Salomo da Piera לפטא> aus dessen Bibliothek er im Jahre 1268 die Handschriften verkauft, auf denen sein Name verzeichnet ist. Muss darum Salomo da Piera unser Uebersetzer sein? Ein Bedürfniss nach dem mehr mageren als knappen Gedichte lag nicht vor. Von Interesse ist allein das Kunststück des Uebersetzers, der die Gedrungenheit seiner Vorlage vielfach noch überboten und in seinen 70 hebräischen Strophen ein ziemlich treues Nachbild des Originals geliefert bat. Ereilich war das Gedicht jetzt an vielen Stellen unverstündlich, ׳so dass ein Commentar dazu ־unerlässlich wurde. Der Herausgeh er spricht aber auch dieser Leistung allen Werth ab, da ex über Salomo da. Piera das wegwerfende Urtheil fällt: ,,Altogether he betrays little skill in the treatment of the Hebrew languag© footh in tbe text and the scholia.“ Man wird aber den Uebersetzer gegen den Herausgeber in Schutz nehmen müssen. Salomo da Piera erweist sich vielmehr als ein würdiger Vertreter seines in der jüdischen Litteratur durch ausgezeichnete Dichter bekannten Familiennamens. Allerdings will auch Salomo erst verstanden und dann beurtheilt sein. Seine durch die Schäden der Handschriften arg misshandelte Arbeit war in dem Zustand, in dem sie vor uns erscheint, man möchte sagen, nicht zur Herausgabe reif. Statt ein so grosses Gewicht auf die Nachlässigkeiten oder Eigen thümlichkeiten der maghrebmischen Orthographie zu legen, wäre den Versen und Erklärungen Salomo da Piera’s eine gründlichere Aufmerksamkeit znzuwenden gewesen, deren Früchte dann auch der Uebersetzung des arabischen Originals hätten zu Gute kommen, können. Bleiben auch bei dem schlechten Stande der Ueberlieferung unüberwindliche Schwierig״ ketten genug übrig, so war doch andererseits schon bei einiger Vertiefung so viel Unebenes zu beseitigen, so viel offenbar Fehlerhaftes zu berichtigen, dass stellenweise ein ganz anderer Text erscheint. In jedem ,Falle kann der Leser fordern, dass ihm Unverständliches nicht ohne Bemerkung vorgelegt und die Beschämung ihm erspart werde, an sich selber zu verzweifeln, wo es dem Herausgeber nicht besser ergangen, sein kann. Wann wird endlich auch für hebräische Texte die Zeit kommen, in der bei ihrer ersten Herausgabe gleich alle die Forderungen erfüllt werden, die in aller übrigen Wissenschaft längst als unerlässlich gelten!

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