Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1895)
- Article
- Jehuda Hadassi's Hermeneutik und Grammatik
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 15 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829682-2829684-2845156--26717-2845194- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Jehucla Hadassi's Hermeneutik und Grammatik. 15 einundzwanzig Abschnitte 155—175 des Eschkol ha-Kofer näher untersuche, in denen die Kegeln zur biblischen Hermeneutik und zur hebräischen Grammatik, von Hadassi in einen künstlichen Rahmen gebracht, dem vierten Theile seines Werkes, dem vom vierten Gebote des Dekaloges handelnden, eingefügt sind. Die Einfügung geschieht anf sehr lose Weise, indem Hadassi an die Discussion über eine der am Sabbath verbotenen Arbeiten die Erwähnung der dreizehn Inter־ pretationsregeln K. Ismael’s knüpft1) und dann das Thema nicht wieder fahren lässt. Er reprodacirt nach einander, mit grosser Ausführlichkeit, die alten Interpretationsregeln der rabbinisehen Tradition, welche die Hamen R. Elieser’s, des Sohnes R. Jose ha-Gelili’s, R. ismael b. Elischa’s und HilleEs tragen, nnd lässt denselben seine eigenen Regeln zur Schrifterldärung, die er ebenfalls als מדות bezeichnet, folgen. Er hat dabei die ausgesprochene Absicht, die von den Lehrern des Karäerthums anerkannten und an gewendeten Regeln zusammenzustellen, damit das Karäerthum einen ähnlichen oder vielmehr noch ansehnlicheren Kanon der exegetischen Normen besitze, als das rabbinische Judenthum2). Er envähnt sogar ausdrücklich die Schmähungen, welche die Karäer von rabbinischer Seite wegen des Mangels an exegetischen Normen anhören müssen 3 * 5). Hadassi will offenbar durch die grosse Zahl der zusammengestellten Normen imponiren und die rabbanitischen Normen weit zurücklassen. Er führt eine Reihe von sechzig und eine andere von achtzig Normen vor und findet eine Andeutung der beiden Zahlen im Hohenlied ti, 8. Dabei folgt 1) Hadassi lässt die karäischenGesetzeslehrer selbst (משכילי מלמדי כ״ע), deren Discussion mit den rabbinisclien Gegnern er vorftihrt, auf die dreizehn Regeln hinweisen. Sie sagen (No. 155, Buchst. וכבר הלא :(ו בתורת כרכים נאמר משלש עשרה מדות התורה כדרשת . ... ובל עדן מדותיך (Die Lesung משלש עשרה statt der gewöhnlichen משלש עשרה erwähnt Weiss in seiner Edition des Sifrä, am Anfänge, aus Abudraham). In der TJiat erkennen die Karäer, von An an angefangen, die 13 Regeln an (s. Grätz, Gesch. d. Juden, V, Note 17). Hadassi selbst macht, wie weiter unten gezeigt wird, ausgedehnten Gebrauch von ihnen. Einmal (N. 333 Anf.) vergleicht Hadassi die 13 Regeln Ismael’s mit den Normen dialektischer Beweisführung hei den Griechen. 2) Er wendet auf den Eindruck, den ihm die Betrachtung der rabb. Interpretationsregeln gemacht, die Worte aus Daniel 7, 15 (אתכרית רוחי ♦ . ♦) an und fährt dann fort (N. 163 Anf,); אכן בר,צאתי על ואת אחרות ואודיע מדות משכילי נ״ע. Dann weiter sagt er: מסבל מדעם ומספריהם באתי לקבץ מדות התורה בספרי זה. 5) Ib., Buchst. רחרכוד רועיף אן מרות משכיליך :ב.