Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 3)
- Language
- German
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48 Besprechung. liegenden Texten) die Dimensionen desselben mit dem Namen Gottes besiegelt, wohl als Symbol der Allgegenwart Gottes. Die Sephirot haben mit der Zusammensetzung der Buchstaben überhaupt nichts zu thun. Im Jezira-Buche sind beide streng von einander getrennt. Den Sephirot ist das erste Capitel, den Buchstaben die folgenden Capitel gewidmet, und in diesen wird der Sephirot mit keinem Worte mehr Erwähnung gethan. Die Sephirot gingen voran, und erst als sie da waren, begann die Bealisirung der Ideen und Verbindung der Elemente mittels Zusammen- Setzung der Buchstaben. Durch Permutation des Alphabets 1) sind nicht die Sephirot, sondern sämmtliche Bestandteile des Universums, und zwar aus den Sephirot entstanden. Sehr unrichtig schildert ferner G. die Sephirot, indem er sagt: ״zu Beginn war weiter nichts da als das einzige göttliche Wesen, als Geist (רוח) verkörpert (?), aus diesem Geiste entstand die Luft (ebenfalls דוח), aus der die zweiundzwanzig Buchstaben (die Sophia [?]) geschaffen wurden. Aus der Luft wurde das Urwasser geschaffen . . . aus dem Wasser wurde das Eeuer, d. h. der Aether geschaffen, aus welchem wieder der Himmel entstanden ist. Aus dem Aether wurde der unendliehe Baum mit seinen sechs grenzenlosen Dimensionen geschaffen; diese alle Urprincipien geben zehn Zahlen (ספירות)“ (S. 23—24). Das Jezira- Buch erwähnt mit keiner Silbe, dass das göttliche Wesen vor der Schöpfung als Geist verkörpert war. Der רוח in der zweiten Sephira ist unmöglich Luft, denn III, 5 heisst es ואויר מדוח, und die Luft entstand aus רוח. Auch ist אש sicherlich nicht Aether. Ganz unbegreiflich ist mir, was G. unter Aether im letzten Satze verstanden hat. Aus Eeuer ist doch der Baum nicht entstanden, aus ihm sind nur die Himmelschaaren und der Himmel selbst gebildet. Auch kann G. hier nicht nach der Version der zweiten Becension (s. weiter) den רוח der zweiten Sephira gemeint haben, denn er verwirft (Nota 20) diese Version ganz entschieden; auch lässt er hier nach der ersten Becension in der zweiten Sephira die Buchstaben, und nicht den Baum entstehen. Man sieht, wie oberflächlich G. den Hauptgegenstand unseres Buches behandelt hat. Das 3. Capitel giebt!Rechenschaft von dem Verfahren bei der Bedigirung des Textes. G. berücksichtigte 4 Becensionen und zwar: I Mantua (welche er mit A bezeichnet), die Lurjanische (B), II Mantua (C) und die des Saadja (D). Aus diesen vier Becensionen ist der Text G’s zusammengestellt. Durch verschiedenen Druck macht G. kenntlich, was seiner Meinung nach ursprünglicher Text, zweifelhaftes Stück, entschieden unechter Zusatz und eingeschobene Erklärung sei. Varianten werden in Noten vermerkt. G. benützte keine der vielen Handschriften des Jezira-Buches und giebt (Vorrede S. VI) als Grund dafür an, ״sie seien sammtlich in bedeutend schlechterem Zustande als das gedruckte Buch.“ Das Urtheil G’s über sämmtliche Handschriften ist gewiss unbegründet, und es wäre für seine Publication von grossem Vortheile gewesen, wenn er wenigstens die besseren Handschriften zu Bathe gezogen hätte. Auch das gedruckte Material ist von G. nicht gehörig verwerthet ־'worden. Manche Variante von grosser Bedeutung ist unberücksichtigt geblieben, und die Bestandteile der verschiedensten Becensionen folgen derart aufeinander, dass der Leser sich unmöglich zurechtfinden kann. --- (Schluss folgt.) ב) Ueber die Permutation s. meine Recherches sur le Sefer Jegira. R. d. B. j XXVIII, p 95. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.