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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 43

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 1
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1892-01-01
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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Emancipatious-Bestrebungen in Breslau. 48 Teil der schlesischen Juden ausweisen zu lassen.1) Aber Er- Wartungen und Freude wurden bald völlig zerstört durch das am 6. Mai 1744 von Friedrich erlassene und rücksichtslos durchgeführte Gesetz, das sämmtlicke Juden mit Ausnahme zwölf privilegierter Familien aus der Stadt auszutreiben befahl. Es zeugt von wahrstem Patriotismus und von ehrbarster Königstreue, wenn die Juden trotz all’ dieser Bedrückungen die Bedeutung des grossen Königs wohl zu schätzen wussten. Als beim Tode Friedrichs Daniel Itzig und Jakob Hirschei die jüdischen Gemeinden Preussens von Berlin aus aufforderten, eine Ged&chtnissfeier zu veranstalten, da fand diese Aufforderung allenthalben einen tief ergreifenden ■Widerhall, und mit Rührung fast lesen wir die Worte, die von den Aeltesten der Breslauer Gemeinde deswegen an ihre Mitglieder gerichtet wurden, und die treffend in jenem wunderlichen damals üblichen Jargon all’ die Gefühle wider spiegeln, die in aller Herzen lebten:2) ״Nicht nur die Pflicht als Unterthanen gebietet es, dass בני עטינו (die Söhne unseres Volkes), welche תחת ממשלת (unter der Herrschaft) des unterm 17. August verstorbenen אדוננו המלך (unseres Herrn des Königs) von Preussen Friedrich II. Schutz gefunden haben, dass selbe seinen Tod bejammern und von dem Schmerz dieses kostbaren Verlustes öffentliches Bekenntniss ablegen sollen, sondern auch vorzüglich in Betracht רב טוב והחסד אשר גמל עם כל העמים (der grossen Güte und Gnade, die er allen Völkern erwiesen), welche seiner Regierung untergeben gewesen, ובפרטות לבני אמונתנו (und besonders unseren Glaubensgenossen), dass selbe דתם ונימוסם כמו שארי האומות (ihre Vorschriften und Gesetze wie die übrigen Völker) haben ruhig ausliben können, ihre *) Braun, 242 Anm. 2, hat bereits darauf hingewiesen, dass nur die Unprivilegierten von dem Gesetze betroffen wurden; darnach ist J. Grätzers falsche Darstellung in ״Geschichte der isr. Kranken-Yerpflegungs-Anstalt und Beerdigungs-Gesellschaft zu Breslau“ Seite 8 f. zu berichtigen, 2) G־A. (Gemeinde-Akten) betr. Illumination 1786.

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