Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Testament Mardochai Meysels
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829640-2829642-2844957--24584-2844990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Testament Mardoehai Mevsels. 29 Concil Tom III Concilinm Yiennense c. 19.) Die Angabe des Seder ha-doroth, dass die Synagoge auf zwanzig Pfeilern ruhte, während sie jetzt nur deren vierzehn hat, beweist auch, dass sie ursprünglich nach Westen (gegen die ״Enge Grassel) um etwa ein Drittel ausgedehnter war.1) Den Grund, auf welchem die Synagoge steht, und welcher das Häuserviertel umfasste, das jetzt die Josephstädter-, die Enge-, Joachims- und Meiseigasse begrenzt, kaufte Meisel nach den noch vorhandenen Grundbüchern2) im Jahre 1590 für 200 Schock böhmische Groschen. Der Majestätsbrief, durch welchen der Bau der Meisel- Synagoge bewilligt wurde, ist in böhmischer Sprache abgefasst, von der Prager Burg 13. August 1591 datirt und lautet in wörtlicher Ueber Setzung: 3) ״Wir Rudolph der Zweite 11. s. w. thun Allen durch diesen Brief zu wissen, dass an uns in Ergebenheit hat gelangen lassen der Jude Markus Meyzl Mardochay, Primator und Aeltester der Prager Juden schaff, wie er im Sinn habe und wirklich dazu auch schon den Anfang gemacht zu seinem und seiner Nachkommen Andenken auf seine eigenen Kosten und Auslagen eine Synagoge oder Judenschule erbauen zu lassen, damit die Judenschaft in derselben ihre Zusammenkünfte abhalten und die Ceremonien nach ihrer jüdischen Religion, sowie sie auch in anderen Synagogen und Judenschulen ausgeübt zu werden pflegen, ausüben möge, und dass er Uns in aller Demuth um Unsere kaiserliche Erlaubnis gebeten hat, damit ex um so sicherer diese Schule erbauen und hernach in derselben seine jüdische Religion ausüben könne. *) Das wird von Fachleuten auch nach den abgebrochenen gothischen Bogen an der Nord- und Südwand gegen Westen bestätigt. 2) Copialbuch N. 95 des k. k. Stadthaltereiarchives in Prag. Das böhmische Original in Prag veröffentlichte k. k. Statthaltereiarchivar Köpl in ,,Grünwalds Centralblatt“ 1889. 3) Liber albus Judaeorum I. י