Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 9)
- Language
- German
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14 Das Alter der drei Benedictionen. ein im Rabbinischen oft voxkommendes Wort: Der Satz ist also zu erklären: Wenn schon die hohen Beamten -Frauenraub und Nothzüchtigung trieben, um wie viel mehr musste das vom gewöhnlichen Raubgesindel (Piraten) erwartet werden. Vielleicht ist aber auch הטרםין aus הדיוטין gewöhnliche Leute im Gegensätze zu den hohen Beamten (ם aus די und ר aus 1) verschrieben und R. Hillel hätte mit seiner Erklärung auch die richtige Leseart getroffen. (Fortsetzung folgt.) Das Alter der drei Benedictionen von Israel, vom Freien und vom Mann. Von Prof. Dr. David Kaufmann. In der das Morgengebet eröffnenden Reihe von Benedictionen bilden die drei, in denen wir Gott dafür preisen, dass er uns nicht zu Heiden, nicht zu Sklaven, nicht zu Weibern geschaffen, eine besondere streng zusammengehörige Gruppe, deren Altersbestimmung trotz der darüber erhaltenen lieberlieferung eigenthümliche Schwierigkeiten;bereitet. Sollte wirklieh, weil die Tosifta Berachoth VII18 einen Ausspruch R. Jehuda har Ilai’s über diese drei bedeutsamsten Benedictionen überliefert, ihr Gebrauch im Ritus nicht älter als dieser Tanna sein? Und sollen wir vollends anf dieselbe Weise annehmen, dass die Beneclietion dafür, dass wir nicht zu Sklaven geschaffen wurden, erst seit dem vierten Jahrhundert eingeführt wurde, seitdem der babylonische Amoräer R. Acha b. Jakob nach dem Berichte des Talmud in Menachoth f. 43b seinem Sohne es verwies, dass er nach eben diesem Ausspruch R. Jehuda’s Gott dafür pries, dass er ihn nicht zu einem Unwissenden erschaffen? Ganz besonders muss es noch auffallen, dass in der Hauptquelle dieser täglichen Benedictionen, im babylonischen Talmud Berachoth f. 60b, die drei hauptsächlichsten gerade mit Stillschweigen übergangen werden, während der jerusalemis.che Talmud sich auf R. Jehuda bar Ilai’s Aus- Spruch dabei beruft. Schon Maimüni hat unzweifelhaft richtig angenommen, dass den einzelnen Gebetstücken nicht das Alter der Autoren, die sie zufällig aus irgend einem Grunde in der Mischna und in den Talmuden erwähnen, zuerkannt werden darf, dass